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Kitchen Music

Thomas Siffling-Trio

Jazz’n’Arts 3407/Soulfood
(63 Min., 5/2006) 1 CD

Hmm. Was soll man dazu nur sagen? Wenn man ein Griesgram ist, könnte man Thomas Siffling, dem begabten Mannheimer Trompeter, vorwerfen, dass er den Jazz mit seiner zweiten Trio-Einspielung auf eine bloße Klangtapete reduziert. „Fahrstuhlmusik“ nannte man das früher. Jetzt heißt es „Kitchen Music“. Dazu gibt’s im Booklet Rezepte von bekannten Köchen wie Vincent Klink oder dem Kernerkomplizen Andreas C. Studer. (Komisch, das ist übrigens jetzt schon die zweite Jazz-CD innerhalb kurzer Zeit, die Kochanweisungen beinhaltet. Keine Ahnung, was das zu bedeuten hat.) Wer sich jedoch Sifflings „Kitchen Music“ anhört, der findet durchaus Lobenswertes. Mit extrem reduzierter Besetzung (Jens Loh am Bass und Markus Faller an Drums und Percussions) serviert der Trompeter knackiges Fingerfood in Noten. Wenn Siffling seine klare Linien milde mit Effektgeräten verfremdet, klingt er zuweilen wie Randy Brecker. Ohne Elektronik erinnert er an den 50erjahre-Miles. Das ist alles sehr schmackhaft. Menschen, die Branford Marsalis’ und Terence Blanchards „Mo’ Better Blues“ mögen, werden sicherlich Gefallen an diesen Ohrwürmern finden. Diskussionswürdig dürften eher die beiden verhaltensunauffälligen Loungeremixe am Schluss sein. Sowie der Gastauftritt von Xavier Naidoo, der in der Nummer „Kuglblids“ über Wetterphänomene auf der Autobahn vor der Abfahrt Hockenheim salbadert. Hat mit Essen irgendwie nix zu tun. Sichert aber wohl eine höhere Einschaltquote für Sifflings „Kitchen Music“. Wer’s mag …

Josef Engels, 17.03.2007



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