Responsive image
Robert Schumann

Sinfonien Nr. 1 und 2

Sinfonieorchester Basel, Mario Venzago

Novalis/In-Akustik 150 164-2
(68 Min., 2/2001, 3/2001) 1 CD

Die CD ist überschrieben „A Different Schumann Vol. 2“, was sich wohl darauf bezieht, dass fehlerbereinigte Partituren neuester Qualität verwendet wurden, das Ensemble nicht großsinfonisch gebläht ist und alle Anweisungen Schumanns minuziös befolgt werden. Das ist heutzutage so „anders“ allerdings nicht, längst hat es sich eingebürgert (Harnoncourt, Norrington, Goodman u. a.), Schumann unretuschiert ernst zu nehmen.
Aber das soll kein Einwand gegen die Aufnahme sein, denn die ist hervorragend: Das bislang eher randständige Basler Sinfonieorchester erfüllt diese innige Musik mit warmem, blühendem Leben, Venzago wählte allerorten die richtigen Tempi, unterscheidet klug das Episodische vom Architektonischen und hat ein Gespür für Schumanns Effekte - lediglich die raketenhaft übertriebenen Sforzati im langsamen Satz der C-Dur-Sinfonie schießen übers Ziel hinaus, machen aus den Seufzern dieser bewegenden „In-memoriam-J.-S.-Bach“-Klage eine nach Luft japsende Verzweiflungsgeste. Aber das ist ein isolierter Einwand.
Venzagos souveränes Dirigat und das atmende Spiel der Basler haucht auch dem ausführlichen und akkuraten, aber etwas trockenen Beihefttext von Dagmar Hoffmann-Axthelm den romantischen Odem ein, der letztlich bewirkt, dass wir mit dieser CD - zumal sie auch klangtechnisch entzückt - wirklich etwas über Schumann erfahren, diesen größten Romantiker des Konzertsaals: Der ist dann kein „anderer Schumann“, wie der CD-Obertitel suggeriert, sondern ganz bei sich selbst.

Thomas Rübenacker, 12.09.2002



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top