Responsive image

The Soul & Jazz Of Timo Lassy

Timo Lassy

Ricky Tick/Groove Attack RTCD04/RT018
(44 Min.) 1 CD

Wenn in den vergangenen Jahren vom neuen skandinavischen Jazz die Rede war, meinte man vor allem schwedische und norwegische Künstler. Aber halt. Vielleicht nicht ganz so auffällig wie bei der PISA-Studie oder im Mobilfunkmarkt haben sich auch die Finnen in die vorderen Reihen bei einem jüngeren Publikum gespielt. Etwa das Five Corners Quintet. Oder die bei Blue Note unter Vertrag stehenden U-Street All Stars. Jimi Tenor sowieso.
Bei all den Genannten hatte auch der Tenor- und Baritonsaxofonist Timo Lassy seine Hände mit im Spiel. Jetzt legt der Finne sein erstes Album unter eigenem Namen vor. Es ist eine akustische Zeitreise in die Ära, in der sich der Jazz vom Bebop- und Cool-Schock erholt hatte und heftig mit der Soulmusik kokettierte. Man fühlt sich also unweigerlich an die Erzeugnisse von Horace Silver und Cannonball Adderley erinnert, wenn man Lassys Sextett bei der schweißtreibenden Vergangenheitsbewältigung lauscht. Auch Coltranes hymnische Gottesanbetung aus der "Love Supreme"-Phase wird zitiert ("Universal Four").
Das macht, wenn man nur mit einem halben Ohr hinhört, durchaus Laune. Bei genauerer Analyse fällt allerdings schon auf, dass die Solisten gut, aber wahrlich keine Überflieger sind. Und Lassy mag zwar als Stimmungsmacher auf dem Tenor gefallen, ein Baritongenie ist er jedoch nicht (wie man im trüben "Love Moan" feststellen kann). Deshalb: Nur mit Abstrichen ein Ausweis von Finnlands Jazzstärke.

Josef Engels, 14.12.2007



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top