Responsive image

Still Here

Sofia Pettersson

Ajabu 003/MConnexion
(40 Min.) 1 CD

Die schwedische Sängerin Sofia Pettersson musste Schlimmes durchmachen: Ihr Lebensgefährte gehörte Weihnachten 2004 zu den Opfern der Tsunami-Welle. So steht es im Booklet der CD "Still Here", die dem Verstorbenen gewidmet ist. Man schreckt zunächst ein wenig zurück. Ist das nicht zu intim, zu persönlich, wie da jemand mit zehn selbst geschriebenen Songs versucht, über den Tod eines Geliebten hinwegzukommen?
Aber keine Sorge: Pettersson, die stimmlich und kompositorisch an Rickie Lee Jones und Joni Mitchell erinnert, spendet in erster Linie Trost und Mut. Mal begleitet von einem Pianotrio, mal von Streichern, Walzerakkordeon, schrummeliger Jazzgitarre oder Trauerweiden-Trompete singt sie berührend klug von Verlust, Erlösungssehnsucht und Hoffnung auf einen Neuanfang. So düster auch der Hintergrund sein mag - ihre Lieder sind allesamt leichtfüßig und gehen angenehm in die Gehörgänge.
Insofern ist Pettersson eine typische Vertreterin des skandinavischen Jazz-Pops der Gegenwart. Kein Grund zum Traurigsein: Silje Nergaard und Viktoria Tolstoy haben Konkurrenz mit Tiefgang bekommen.

Josef Engels, 28.07.2006



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Zugegeben: Letzte Woche haben wir mit unserer CD-Empfehlung ganz schöne Hör-Kalorien aufgetischt. Dagegen wirkt das a-capella-Album deutscher Adventslieder von Schwesternhochfünf wie ein Spaziergang im Winterwald: klar, kühl, konzentriert. Die Stimmen beginnen im Einklang wie ein Schwesternkonvent der Hildegard-von-Bingen-Zeit, doch schon, wenn beim Arrangement von „Maria durch ein Dornwald ging“ hörbar ein Geflecht aus Sekunden und Reibungen zu flirren beginnt, zeigt das Album, was in […] mehr »


Top