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00-237 XP-I

Magic Malik

Label Bleu/Sunny Moon 6662/3
(109 Min., 4/2002) 2 CDs

Der Flötist Malik Mezzadri alias Magic Malik mag kryptische Album-Titel. "69 96" hieß sein Debütwerk, das 2001 die Kritiker in Erstaunen versetzte. Es verdankte seinen Namen dem Geburtsdatum des Musikers (1969) und seiner Tochter (1996). Das kann man ja noch nachvollziehen. Weniger verständlich hingegen ist der Titel der neuen Einspielung des Franzosen: "00-237 XP-I" heißt sie und liest sich wie die Aufschrift auf einem Gefahrengut-Transporter.
Wer jedoch derart unkonventionell mit dem Vokabelvorrat des Post-Fusion-Jazz und haltlos vagabundierenden Elementen der Weltmusik umgeht wie Magic Malik, darf auf solch abwegige Gedanken kommen. Seine Liederfindungen leben von hypnotischen Bass-Linien, dunkel-geheimnisvollen Melodie-Arrangements und zahlenmystischen Verwirrspielen. Das Komponieren nach Ziffern in Anlehnung an indische Ragas ist ein Prinzip, dessen sich auch der M-Base-Saxofonist Steve Coleman bedient. Konsequent, dass sich Magic Malik den Bläser als Stargast eingeladen hat. Er fungiert als weitere Klangfarbe im Gewebe des Magic Malik Orchestra, das zwar nach großer Besetzung klingt, eigentlich aber nur ein verteufelt gut aufeinander eingespieltes Quintett ist.
Der flötende und singende Bandleader ist primus inter pares. Warum er der stilistisch vielseitigen CD "00-237" den auf Dauer enervierend eintönigen Ambient-Silberling "XP-I" zur Seite gestellt hat, bleibt eines seiner seltsamen Geheimnisse.

Josef Engels, 12.07.2003



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