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A Chama do sol

Carlos Bica, Sven Klammer, Kalle Kalima

Nabel 4703/Sunny Moon
(55 Min., 10/2003) 1 CD

Gewiss, gewiss, die Berliner Szene der Gegenwart gilt vielen als wilder Haufen schräger Dekonstruktions-Improvisatoren. Wenn man aber diese Aufnahme dreier Exponenten des Hauptstadt-Pools hört, denkt man nicht an Prenzlauer-Berg-Ironie oder Schrippen-Schnippigkeit. Sondern ans Meer, an die Wüste, an stolze Südländer mit gebrochenem Herzen.
Vielleicht liegt es daran, dass der portugiesische Bassist Carlos Bica für einen Großteil der Stücke auf "Chama do sol" verantwortlich zeichnet; klar, Fado und so weiter. Diese Schwermutsmusik ist gar nicht so weit entfernt vom Tango, den man in Finnland so liebt - wo Akustikgitarrist Kalle Kalima herkommt. Was aber den deutschen Trompeter Sven Klammer genetisch dazu prädestiniert, derart seelenvoll und unlarmoyant diese melancholischen Nino-Rota-Melodien zu blasen, das wird wohl ein Rätsel bleiben. Fest steht, dass Bica, Klammer und Kalima den denkbar besten Sonnuntergangs-Soundtrack für träge Urlaubstage abliefern. Weit weg von Berlin.

Josef Engels, 21.07.2006



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