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Johann Christoph Pez

Ouvertüren und Concerti

Les Muffatti, Peter van Heyghen

Ramée RAM 0705
(76 Min., 12/2006) 1 CD

Zu den auffälligsten Trends der Alte-Musik-Szene in den letzten Jahren gehört das verstärkte Interesse an der deutschen Musikszene um 1700. Wichtige Figuren wie Keiser und Muffat haben durch Aufführungen und Einspielungen erheblich an Kontur gewonnen, und CD-Entdeckungen wie vor Kurzem die Kammerkonzerte des flämischen Wahlhannoveraners Francesco Venturini beweisen immer wieder, wie in den Handelsstädten und Residenzen des Heiligen Römischen Reichs die Geschmacksvorgaben des italienischen und des französischen Stils zu einem originellen Mix verarbeitet wurden. In dieses Umfeld gehört auch der 1664 geborene Johann Christoph Pez, der an den Höfen von München, Bonn und Stuttgart tätig war. Pez wusste, so zeigt dieser Querschnitt durch seine Orchestermusik, was seine Arbeitgeber wollten: Eingängige Tanzsätze ohne große genialische Sperenzchen, gehobene Gebrauchsmusik und gelehrte Kontrapunktik, die dennoch die Anbindung an die europäischen Moden wahrt. Weder das schmissige Spiel der Muffatti noch der Wechsel zwischen französischem Orchesterstil und dem Concerto-Grosso-Formmodell Corellis können allerdings verhindern, dass die Ouvertüren und Konzerte auf die Dauer etwas einförmig wirken – zumal originelle Instrumentation offenbar nicht zu Pezens Stärken zählte. So dürfte sich die CD vor allem als geschmackvoller Soundtrack für festliche Dinnerrunden eignen. Aber das war zu Lebzeiten des Komponisten wohl auch nicht viel anders.

Jörg Königsdorf, 20.10.2007



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