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Second Take

NM5, Nicole Metzger, Keith Copeland

Rodenstein Records/Soulfood 32
(58 Min., 11/2005) 1 CD

Der Albumtitel ist eine doppeldeutige Angelegenheit. Zum Einen bezieht er sich auf die Tatsache, dass es jeweils die zweite Aufnahmeversion der Stücke aus dem American Songbook war, die ihren Weg vom Studio auf die CD fand. Zum Anderen meint "Second Take" die zweite Chance, die sich dem Drummer Keith Copeland mit dieser Platte eröffnet. Anfang 2005 hatte der frühere Begleiter von Stan Getz, Cab Calloway oder Stevie Wonder einen Schlaganfall erlitten. Die Ärzte schätzten die Hoffnung als sehr gering ein, dass Copeland jemals wieder Schlagzeug spielen werde. Et voilà: Da ist er wieder. Vielleicht nicht ganz so explosiv wie ehedem. Aber umso filigraner, aufmerksamer. Ein Glücksfall.
Wie auch die Stimme der Sängerin Nicole Metzger. Man hört der 1969 in Neustadt an der Weinstraße geborenen Vokalistin nicht an, dass sie eigentlich eine ausgebildete Musicalsängerin ist. Metzger hat nämlich offensichtlich eher die Grand Dames der Jazzgeschichte aufmerksam studiert. Im Opener "You don’t Know what Love is“ gemahnt ihr dunkles Timbre und die Art, wie sie die Silben dehnt und durchleidet, an Cassandra Wilson. In der orgellastigen Nummer "Sugar" wiederum erinnert ihr Scatgesang eindeutig an Ella Fitzgerald.
Gemeinsam mit ihren langjährigen Begleitern Jean-Yves Jung an Klavier und Orgel, Rudi Engel am Bass sowie Wesley G. an der von Joe Pass beeinflussten Gitarre holt Nicole Metzger das Beste aus einem Programm heraus, das von der Songauswahl her nicht unbedingt das spektakulärste ist. Am Schluss darf sie allein mit Keith Copeland "Don’t get Around Much Anymore" interpretieren. Mögen diese Sängerin und dieser Schlagzeuger noch viel herumkommen.

Josef Engels, 11.01.2008



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