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Anton Bruckner

Sinfonie Nr. 7

Berliner Philharmoniker, Günter Wand

RCA/BMG 74321-68716-2
(66 Min., 11/1999) 1 CD

Günter Wands dritter, definitiver Bruckner-Zyklus mit den Berliner Philharmonikern nähert sich mit Nr. 7 der Halbzeit – es gibt bereits die Sinfonien 4, 5 und 9, und die anderen werden hoffentlich auch noch folgen. Für Wands Einspielung der Siebten Sinfonie gilt mehr oder weniger dasselbe wie für seine Deutungen der Vierten (siehe Rezension) und Neunten (siehe Rezension): Wand muss sich selbst und anderen nichts mehr beweisen – seine lebenslange Beschäftigung mit Bruckner schlägt sich in gleichermaßen vertieften wie organisch fließenden Interpretationen nieder, in denen Extreme zwar nicht gemieden, doch in den Kontext eingebunden werden.
Das gilt für die Siebente sogar noch mehr als für die anderen Sinfonien in Wands Berliner Bruckner-Reihe. Die - im Vergleich etwa zur Achten und Neunten - große emotionale Ausgeglichenheit dieses Werks wird durch Wands Tempogestaltung noch betont - erster und letzter Satz recht gemessen, ohne zu schleppen, der langsame zweite Satz, hier ohne den ominösen Beckenschlag musiziert, ziemlich fließend. Im Scherzo vernehmen wir einige schöne Details vor allem in den Bläsern, die sonst dem alles beherrschenden Rhythmus geopfert werden, mit dem Ergebnis, dass der Satz nun zwar weniger tänzerisch, doch vielschichtiger klingt. Die Berliner Philharmoniker geben für Wand wie gewohnt ihr Bestes.
Ein kleines Aber gibt es dennoch: Bruckners Siebte, die freundlichste seiner reifen Sinfonien, evoziert weniger schroffe Alpengipfel als vielmehr eine sanfte Hügellandschaft. Außerdem ist das Hauptthema des Finales die wohl fröhlichste Musik, die der schwerblütige Bruckner schrieb, beinahe übermütig in ihrer punktierten Rhythmik. Diese Elemente vermisse ich, bei aller imponierenden Stringenz, in Wands Einspielung doch ein wenig; sie kommen in Karajans Aufnahme mit den Wiener Philharmonikern (DG), bei fast identischen Tempi, unvergleichlich zur Geltung.

Thomas Schulz, 12.10.2000



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