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Georg Friedrich Händel

Acis und Galathea

Linda Perillo, Mark Bleeke, Florian Boesch, Musica Angelica, Martin Haselböck

NCA/Membran 60183
(90 Min., 2/2007) 2 CDs

1718 für einen seiner finanzstärksten Gönner, den Herzog von Chandos komponiert, wurde "Acis und Galathea" schnell zu einem der beliebtesten Werke Händels in seiner britischen Wahlheimat. Selbst diejenigen unter den Briten, die den abendfüllenden italienischen Opern nicht viel abgewinnen konnten, ließen sich von den empfindsamen, überwiegend lyrischen Arien der anderthalbstündigen Opernserenade auf ein englisches Libretto becircen – zudem kam diese Version, im Gegensatz zu den Opern und Händels 1708 in Neapel geschriebener erster "Acis"-Vertonung, ohne die in England nicht unumstrittenen Kastratenstimmen aus. Einfach zu spielen ist das scheinbar so einfache Stück deswegen allerdings noch lange nicht: Gerade weil Händel hier auf Schaueffekte und große Gesten verzichtet, wird jede Unachtsamkeit, jeder sängerische Makel sofort offenbar. Leider gibt es davon in Martin Haselböcks Neueinspielung eine ganze Menge: Vom öden Nähmaschinenbarock mit penetrant motorischem Cembalo und anämischen Streichern, mit dem Haselböck den Arienparcours absolviert, über die steifen Instrumentalobligati bis zur Sängerbesetzung, die aus mittelprächtigen Kräften der amerikanischen Szene besteht. Weder Linda Perillos in der Höhe schon leicht angetrocknete Nymphe noch Mark Bleekes unausgegorener Acis können den Charme und die Anmut vermitteln, der ihre Rollen erst interessant gemacht hätte. Bleibt Florian Boesch als ungestümer Riese. Sein lustvoll konsonantenrollender Polyphem strotzt vor Stimme und Theaterblut. Schade, dass er seinen Partnern nichts davon abgeben konnte.

Jörg Königsdorf, 25.01.2008



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