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Ludwig van Beethoven

Bagatellen

Linda Nicholson

Accent/Note 1 ACC24180
(76 Min.) 1 CD

Auch wenn der Komponist selbst sie nur als Bagatellen bezeichnete, haben es die Klavierstücke, die Beethoven unter den Opuszahlen 33, 119 und 126 veröffentlichte, dennoch in sich. Wer beispielsweise Glenn Goulds Einspielungen der letzten Serie hört, wird sofort in die Welt der späten Sonaten versetzt – die Freiheit der Einsamkeit entfaltet sich dort auf kleinstem Raum. Von solchen Einsichten ist Linda Nicholsons Aufnahme leider weitgehend frei. Die Grand Old Lady des britischen Fortpianos spielt die Miniaturen als distinguierte, geschmackvolle Salonstücke – manuell allerdings zuverlässiger als CD-Konkurrent Melvyn Tan. In den Prestonummern wagt sie nicht das genialische Überschäumen, das Jos van Immerseel auf seiner Einspielung des Opus 126 zeigt, und auch die "Wut über den verlorenen Groschen" hält sich in Grenzen. Besser bekommen Nicholsons Temperament die langsamen Nummern wie das Andante Grazioso aus op. 33, in dem sie ihren Hammerflügel mit unforcierter, nobler Sanglichkeit zur Geltung bringt – ohnehin schneiden die früheren Werke wie auch das berühmte "Für Elise", bei denen noch kein großer Tiefgang gefragt ist, in der Aufnahme besser ab. Ein Beethoven aus dem Geiste Jane Austens, für den Nicholson jedoch mit einem Wiener Hammerflügel ein nicht bloß korrektes, sondern auch ausgesprochen klangschönes und farbkräftiges Instrument zur Verfügung hat.

Jörg Königsdorf, 23.05.2008



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