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Ludwig van Beethoven

Streichquartette Nr. 4, 7 u. 14

Juilliard String Quartet

medici arts/Naxos 2072348
(109 Min., 1975) 1 DVD

Seinen legendären Ruf verdankt das 1946 gegründete Juilliard Quartet vor allem seinen Aufnahmen aus den Sechziger Jahren: An Mozart, Bartók und Beethoven demonstrierten die Amerikaner eine engagierte Sachlichkeit und hellwache Präzision, die zum Ideal vieler Quartette wurde. Eine Epoche, die 1975 bereits Interpretationsgeschichte geworden war: Von den Musikern, die sich beim Beethovenspiel in der Bibliothek des Augustiner-Chorherrn-Stifs Polling filmen ließen, war von der klassischen Juilliard-Besetzung zu diesem Zeitpunkt nur noch Primarius Robert Mann dabei. Das Klangbild des Quartetts hatte sich deutlich verändert – allerdings nicht unbedingt zum Schlechteren. Der 70er-Juilliard-Stil, den die Aufnahmen dokumentieren, besitzt zwar nicht mehr die silbrige Leichtigkeit von ehedem und knifflige Passagen der ersten Violine wie im Finale des c-Moll-Quartetts aus Opus 18 gelingen Mann nicht mehr so locker wie zuvor, doch die kräftigeren Farben, die leicht angeraute Tongebung und die maßvollere Gangart geben dem Spiel der Juilliards mehr Tiefe und eine Intensität, die bei den früheren blitzgescheiten Aufnahmen manchmal etwas zu kurz gekommen ist. Jedes der Quartette scheint so wie aus einem Guss zu sein, und das frühe c-Moll-Stück wird ebenso ernst genommen wie das erste Rasumowsky und das späte cis-Moll-Werk. Es ist ein reifer, großer Beethoven, den die etwas aufgeregt kreisende Bildregie eingefangen hat: Zielgerichtet und heißblütig, mit merklichem Führungsanspruch des Primarius, doch ohne Eitelkeit und Klangverliebtheit. Ein Klassiker.

Jörg Königsdorf, 15.08.2008



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