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Ludwig van Beethoven

Klavierkonzerte Nr. 1 & 3

Ronald Brautigam, Sinfonieorchester Norrköping, Andrew Parrott

BIS SACD 1692
(67 Min., 5/2007) 1 CD

Mit seinen Beethovensonaten auf dem Hammerklavier sorgt Ronald Brautigam derzeit in der Klassikwelt für Furore: Klar im Formaufriss, elektrisierend im Zugriff lässt Brautigams Beethoven die meisten neuen Einspielungen auf modernen Instrumenten ziemlich schal wirken. Für die Klavierkonzerte hat sich der Rudolf-Serkin-Schüler allerdings an den Steinway gesetzt – ein Großteil des Passagenwerks sei auf historischen Instrumenten nicht zu hören, argumentiert er im Booklet. Was bei Aufführungen mit herkömmlichen Sinfonieorchestern sicher stimmt, doch wie Brautigams Konkurrent Arthur Schoonderwoerd gerade mit seinen revolutionären Einspielungen zeigt, ließe sich dieses Problem auch lösen, indem man die Orchesterstärke einfach herunterfährt.
Im Vergleich mit Schoonderwoerds gerade veröffentlichter Einspielung des c-Moll-Konzerts wirkt Brautigams Aufnahme jedenfalls harmlos: Die Themen des Finalrondos beispielsweise klingen ziemlich ausdrucksneutral, die vielen kurzen, nach Hammerflügelmanier im trockenen Staccato gespielten Noten in der linken Hand kommen zwar tadellos präzise, schlagen jedoch keine Funken. Mit dem Wechsel vom Hammerflügel zum Steinway sind der Charakter und der Charme auf der Strecke geblieben. Auch das C-Dur-Konzert zeigt Beethoven so vor allem als den ehrgeizigen Jungvirtuosen, der mit brillantem Spiel beeindrucken will, aber damit eher einen Mangel an Tiefe kaschiert – das Finale beispielsweise schnurrt so reibungslos ab, dass viele der Gags, mit denen Beethoven das konzertante Geplänkel aufpeppt, gar nicht zur Geltung kommen. Und da ist auch die hellwache, dialogbereite Begleitung von Andrew Parrott und seinen Norrköping-Sinfonikern bloß vergebliche Liebesmüh'.

Jörg Königsdorf, 04.10.2008



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