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Mosaic: A Celebration of Blue Note Records

The Blue Note 7

Blue Note/EMI 228 123-2
(57 Min.)

Auch wenn diese Aufnahme an gewissen Dingen krankt – sympathisch ist sie auf jeden Fall. Allein schon deshalb, weil sie an die großen Zeiten des langlebigsten Jazzlabels der Welt erinnert und so tut, als sei Blue Note immer noch die Brutstätte des coolsten Hardbop und Souljazz, den man sich vorstellen kann. Die Plattenfirma, die vor genau 70 Jahren von dem deutschen Emigranten Alfred Lion gegründet wurde, verdankt ihr Überleben mittlerweile hauptsächlich Künstlern, die nicht wirklich Jazz machen – etwa Norah Jones oder Al Green. Umso anständiger der Tradition gegenüber ist es, dass die aktuellen Blue-Note-Macher zum runden Geburtstag ein Septett damit beauftragt haben, ein Jubiläumsalbum einzuspielen und anschließend auf einer ausgedehnten Tour durch die USA und Europa den guten alten Blue-Note-Jazz zu präsentieren.
The Blue Note 7 bestehen nicht aus Mitgliedern der alten Garde, sondern aus fähigen Um-die-40-Jährigen wie Pianist und Bandleader Bill Charlap, Saxofonist Ravi Coltrane oder Trompeter Nicholas Payton. Gemeinsam interpretiert man dezent neu arrangierte Stücke aus dem Fundus der Labelgeschichte, darunter Thelonious Monks versponnenes "Criss Cross", das kraftvolle, einst für Art Blakey’s Jazz Messenger geschriebene "Mosaic", McCoy Tyners nachdenkliche "Search for Peace", Herbie Hancocks majestätischer – hier ein wenig keck zerdehnter – "Dolphin Dance". Zu beanstanden gibt es nichts. Die Programmauswahl vermeidet allzu Erwartbares, der Gruppenzusammenhalt stimmt, die Soli sind rund und würzig. Und doch ist das alles eine rechtschaffen langweilige Angelegenheit, die jedem Museum und Volkshochschulkurs zur Ehre gereichen würde. Den Blue-Note-Geist der Fünfziger und Sechziger, das "It Must Schwing" Alfred Lions sucht man leider vergebens.

Josef Engels, 16.01.2009



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