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Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonien Nr. 25, 26 & 29

Le Cercle de l´Harmonie, Jérémie Rhorer

Virgin Classics/EMI 234 868-2
(50 Min., 5/2008) 1 CD

Jérémie Rhorer ist Frankreichs neue Mozart-Hoffnung. Seit er vor drei Jahren beim Barockfestival von Beaune einen frenetisch gefeierten "Idomeneo" vorlegte, dirigiert der Ex-Assistent von Christie und Minkowski in seiner Heimat Mozarts Opern rauf und runter. Dass der 35-Jährige ein Gespür für die janusköpfige Musik der Mozartzeit hat, konnte er auf CD schon bei seiner außergewöhnlich lebendigen Begleitung der beiden Diana-Damrau-Recitals zeigen. Auch die erste Aufnahme, die Rhorer und sein 2005 gegründetes Ensemble Le Cercle de l’Harmonie allein bestreiten dürfen, ist solchen Schwellenwerken gewidmet: Die frühen Salzburger Sinfonien Mozarts lassen dem Interpreten die Wahl, ob er sie aus der barocken Tradition heraus spielt oder schon den klassischen Sinfoniker in spe aufspürt.
Anders als beispielsweise der wuchtiger auftrumpfende Harnoncourt begreift Rhorer die Werke des 17-jährigen Mozarts aus dem Umfeld der späten Opera seria und reizt ihre theatralischen Kontrastwirkungen aus. Furios lässt er etwa den ersten Satz der kleinen g-Moll-Sinfonie dahinstürmen wie eine italienische Opernsinfonia von Jommelli oder Traetta. Bis ins graziöseste Pianissimo nimmt er die Streicher im Andante der A-Dur-Sinfonie zurück, balanciert das Stück auf Messers Schneide zwischen hingetupfter Melodielinie und der pulsierenden Grundbewegung der tiefen Streicher. Eine überzeugende, individuelle Mozartsicht aus dem Geist des Rokoko, bei der lediglich der Tutti-Klang des Ensembles etwas zu kompakt geraten ist – Hörner und Oboen verdicken oft nur, statt die Satzarchitektur zu markieren. Und auf die CD hätte übrigens locker noch eine Sinfonie mehr gepasst.

Jörg Königsdorf, 11.04.2009



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