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Jan Pieterszoon Sweelinck

Die weltlichen Vokalwerke

Gesualdo Consort Amsterdam, Harry van der Kamp

Glossa/Note 1 GCD 922401
(202 Min., 12/2003 u. 7/2004) 3 CDs

"The Sweelinck Monument Part I" ist der Rückentitel dieser Box – was hat es damit auf sich? Harry van der Kamp berichtet in seiner Einführung von den bisher vergeblichen, mehrfach gescheiterten Versuchen der Niederländer, ihrem großen Landsmann Jan Pieterszoon Sweelinck ein steinernes Denkmal zu setzen. Die erste Gesamtaufnahme seiner Werke soll nun helfen, diese Scharte auszuwetzen: Ein lebendiges, ein klingendes Monument möge noch wirkungsvoller dazu beitragen, das Andenken dieses großen Mannes zu würdigen und zu bewahren. Nun, der Anfang ist ohne Zweifel grandios gelungen: Auf drei CDs widmen sich van der Kamp und sein Ensemble aus Spitzenkräften der Alte-Musik-Szene den weltlichen Vokalwerken Sweelincks, sprich den Chansons und den "Rimes" (Reimen). Hinter letzteren verbergen sich zwei- bis dreistimmige kontrapunktische Meisterwerke, deren Bestimmung unklar ist.
Einige von ihnen entpuppten sich als Bearbeitungen zeitgenössischer oder älterer Madrigale, deren Stimmenzahl bei gleichzeitig maßgeblicher Verdichtung der imitatorischen Struktur drastisch reduziert wurde. Anspruchsvoll sind viele der Stücke auch durch die geforderte Virtuosität und den großen Stimmumfang – womöglich handelt es sich um Werke für den Unterricht, jedenfalls ist ihre Faktur ebenso kunstvoll und edel wie zeituntypisch. Edel ist auch die Satzkunst, die die Chansons offenbaren; in der erstklassigen Wiedergabe durch van der Kamp und sein Team, die von großartiger Intonationssicherheit und perfekt geschmeidig-eleganter Umsetzung der einzelnen Stimmen geprägt ist, kommt die kompositorische Qualität der Musik besonders gut zum Tragen, ebenso wie ihr hoher sinnlicher Reiz. Bravo: Wenn das so weitergeht, wird die Sweelinck-Gesamtaufnahme ein echter Renner.

Michael Wersin, 25.05.2009



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