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Here We Gong

Pascal Schumacher-Quartet

Enja/Edelkultur 0095372EJM
(56 Min., 12/2008) 1 CD

Der CD-Titel gibt schon einen deutlichen Hinweis darauf, dass es sich bei Pascal Schumacher nicht unbedingt um einen 0815-Vibrafonisten handelt. "Here We Gong" bezieht sich auf einen Ausspruch von Steve Reich – was darauf schließen lassen könnte, dass sich der als klassischer Schlagwerker ausgebildete Luxemburger als Avantgardist versteht. Womit man aber etwas falsch liegt. Zwar mögen wiederkehrende Patterns und an einer Stelle auch Drones ("Gong with the Wind") eine gewisse Rolle in der Musik von Schumachers Quartett spielen. Aber in erster Linie ist der 1979 Geborene so etwas wie der Esbjörn Svensson des Vibrafons. Dafür gibt es verschiedene Anhaltspunkte. Natürlich: Zuallererst klingen Stücke wie "…glace, casse" oder das vom formidablen Pianisten Franz von Chossy geschriebene "Kicking the Leaves" so, als hätten der Gary Burton aus den Siebzigern, e.s.t. und Nik Bärtsch gemeinsame Sache gemacht. Und ja: Die luftig-leichte, im Siebenachteltakt tänzelnde Version des Travis-Songs "Sing" zeigt, dass Schumacher und die Seinen Kinder des vergangenen Pop-Jahrzehnts sind.
Was Schumacher auf einer subtileren Ebene mit Svensson verbindet, sind aber ganz andere Dinge. Etwa der Mut, den Klang einer akustischen Besetzung mit den Mitteln der Studiotechnik dezent zu verfremden, so dass eine milde surreale akustische Parallelwelt entsteht. Oder, was noch viel wichtiger ist: Die Bereitschaft, seinen Mitmusikern großen Raum zur Mitbestimmung zu geben. Sie danken es. Mit skurrilen Stücken ("Oy" des belgischen Bassisten Christophe Devisscher), originellen Soli (man beachte Jens Düppes großen Schlagzeug-Spaß ebenfalls in "Oy") und einer absolut geschlossenen Mannschaftsleistung. Um in der Fußballsprache zu bleiben: King Gong und sein Quartett lassen es wahrhaftig klingeln.

Josef Engels, 12.06.2009



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