Responsive image
Jean-Philippe Rameau

Que les mortels servent de modèle aux Dieux …

Eugénie Warnier, Arnaud Richard, Ausonia, Frédérick Haas

Alpha/Note 1 ALP142
(68 Min., 8/2008) 1 CD

Die Ballettoper "Zaïs" von Jean-Philippe Rameau kam 1748 in Paris zur Erstaufführung. Ein Jahr später folgte seine Tragédie lyrique "Zoroastre". Zeitlich also liegen diese beiden Meisterwerke des französischen Barock-Grandseigneurs gar nicht so weit auseinander. Vom Sujet her mögen sie sich aber im ersten Moment nicht unbedingt anziehen. "Zaïs" ist ein pastorales Spiel zwischen dem Luftgeist Zaïs und der Schäferin Zélidie. "Zoroastre" ist dagegen eine orientalische Version von Mozarts "Zauberflöte", in der der Titelheld als Lehrmeister der Magie sich mit dem Hohepriester des Bösen, mit Abramane rumschlagen muss – auch im Kampf um die allseits begehrte Amélite. Was hingegen beide Stücke dann doch wieder verbindet, ist die Prüfungssituation, der sich die Hauptpersonen unterziehen müssen. Und musikalisch erweist sich Rameaus auf Anhieb identifizierbare Handschrift hier und wie da als mitreißend koloristisch, pointiert und kühn in den Rhythmen sowie spannungsvoll in den mal betörenden, mal beschwingten Tänzen.
Damit ist im Groben bereits das Herz-Rhythmus-System einer Aufnahme umrissen, mit der sich das belgische Alte-Musik-Ensemble Ausonia unter der Leitung von Frédérick Haas in Höchstform präsentiert. Arien und Instrumentalstücke aus "Zaïs" und "Zoroastre" haben die Musiker zu einem exklusiv leuchtenden Collier zusammengestellt &endash; und zwei Vokalisten um den Hals gelegt, die es verdient haben. Natürlicher bis ins fein justierte Pianissimo kann man sich die hinreißende Schönheit nicht vorstellen, mit der sich Sopranistin Eugénie Warnier zwischen Delikatesse und Dramatik bewegt. Und Tenor Arnaud Richard besitzt den flexiblen Elan und die stimmdramaturgische Intelligenz, um aus jeder Szene eine große Mini-Oper zu machen!

Guido Fischer, 18.09.2009



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top