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Dieterich Buxtehude

Opera Omnia I: Cembalowerke 1

Ton Koopman

Antoine Marchand/SunnyMoon CC72240
(136 Min., 10/2005) 2 CDs

Unermüdlicher Ton Koopman: Seit Anfang der 90er Jahre hat der niederländische Cembalist, Organist und Ensembleleiter Unmengen von Musik Johann Sebastian Bachs eingespielt, zunächst für das Label Erato, nach dessen Schließung dann für das eigene neue Label Antoine Marchand. Nun, nachdem die Bachkantaten-Gesamteinspielung komplett vorgelegen hatte, galt es Ausschau nach neuen passenden Aufgaben zu halten. Und, man staune: Nichts Geringeres als das Gesamtwerk von Dieterich Buxtehude hat Koopman sich nun vorgenommen in den nächsten fünf Jahren einzuspielen und zu edieren. Diese Doppel-CD macht den Anfang: Mit Buxtehudes Cembalowerken, die selbst im Vorfeld des Buxtehudejahres 2007 selten zu hören sind, startet Koopman das neue Projekt ganz allein als Cembalovirtuose. Er tut es mit der gewohnten Verve: Eloquent, feinnervig bis nervös, ausgiebig verzierend; schon immer ist er ein Freund der Inégalité im Vortrag, schon immer ist der Übergang von der Inégalité zur Verzeihung, Holperigkeit gelegentlich fließend - so auch hier. Zwölf Suiten, eine Aria mit 32 Variationen, genannt "La Capricciosa", und einige weitere Einzelstücke füllen diese beiden hochspannenden CDs. Man hört Koopman gern zu, denn man spürt seine tiefe Liebe zu, seine innige Verbundenheit mit dieser Musik in jeder Sekunde - Koopman musiziert nicht nur, er spricht förmlich: Sein Vortrag berichtet von den Beziehungen der Töne untereinander, von ihren Spannungsverhältnissen, davon, wie sie Melodien und Harmonien bilden, davon auch, wie sie in ihrem Miteinander immer nach göttlicher Vollkommenheit streben und gleichzeitig auch dem Menschen Freude an ihrem virtuosen Getümmel zuteil werden lassen. In diesem Sinne ist Koopman ein ganz barocker Musiker.

Michael Wersin, 08.09.2006



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