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Franz Schubert

Impromptus

Alexej Lubimov

Zig-Zag/harmonia mundi ZZT 100102
(65 Min., 7/2009)

Alexej Lubimov steht an der Nahtstelle zweier Epochen: Als letzter Schüler des legendären Klavierpädagogen Heinrich Neuhaus und ausgezeichneter Skrjabin- und Prokofjew-Interpret ist er der Erbe der russischen Pianistenschule, doch zugleich gehörte er zu den ersten wichtigen Pianisten, die sich mit den Klangmöglichkeiten des Hammerflügels auseinandersetzten. Schon zu Beginn der Neunzigerjahre spielte er beispielsweise alle Mozartsonaten auf historischen Instrumenten ein. In der Zwischenzeit hat sich freilich durch Interpreten wie Ronald Brautigam, Arthur Schoonderwoerd und Christine Schornsheim das manuelle und stilistische Niveau des Fortepianospiels gewaltig erhöht – ein Umfeld, in dem Lubimovs Einspielung der Schubert-Impromptus doch etwas altmodisch klingt. Vieles an Lubimovs Schubertbild wirkt letztlich, als habe er die russische Klaviertradition eben einfach auf den Hammerflügel übertragen. Vor allem die romantisierenden Ritardandi, mit denen Lubimov immer wieder tiefgründelnd den Fluss der Musik staut, trüben das Vergnügen am singenden, obertonreichen Klang der beiden Wiener Flügel aus der Kollektion Edwin Beunk. Aufbegehrende Stellen wie der bockige Ungherese-Mittelteil des Es-Dur Stücks bleiben kraftlos, die Melodie des Ges-Dur-Impromptus dagegen liegt wie ein zäher Ölfilm auf der vernuschelten Begleitung. Unerheblich.

Jörg Königsdorf, 03.07.2010



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