Responsive image
Johann Sebastian Bach, Franz Schubert, Franz Liszt, John Philip Sousa u.a.

Cameron Live!

Cameron Carpenter

Telarc/Inakustik 08031980
(69 Min., 10 u. 11/2009) CD + DVD

Mit seinem Debütalbum "Revolutionary!" lehrte Cameron Carpenter die Orgelwelt das Fürchten: Auf DVD wie auf CD war da zu bestaunen, wie sich der smarte junge New Yorker im Glitzerhemd ohne Furcht vor technischen und geschmacklichen Grenzen auf Chopin und Liszt, Bach und Horowitz stürzte – zu Recht wurde dieses Orgelfeuerwerk als erstes Orgelalbum überhaupt für den Grammy nominiert. Auf "Cameron Live!" gibt sich der David Bowie der Orgelszene erstmal ganz züchtig und spielt Bach – allerdings mit bonbonbunten Registrierungen und impressionistischen Klangwirkungen, die mehr mit Leopold Stokowski als mit historischer Aufführungspraxis zu tun haben. Der große Spaß am neuen Album ist allerdings wiederum die beiliegende DVD, die den jungen Meister im Interview, bei seinem Berliner Debüt vom November 2009 (u. a. mit seiner höchst originellen Adaption von Debussys "Faun") und vor allem an der Mighty Wurlitzer zeigt. Die Rehabilitierung der großen Kino-Orgeln der Zwanziger- und Dreißigerjahre ist für Carpenter Herzenssache, und die Soundeffekte, mit denen er beispielsweise Schuberts "Erlkönig", Liszts "Funerailles" und Sousas "Stars and Stripes" aufpeppt, sind so wunderbar schräg und trashig, dass die Frage nach Werktreue sich sowieso erübrigt. Und seriöse Organisten gibt’s ja eh schon genug.

Jörg Königsdorf, 24.07.2010



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Wer hätte gedacht, dass Richard Strauss auch so schlank und kurzweilig komponieren konnte! Für alle, die bisher Strauss vor allem über den opulenten „Rosenkavalier“ oder seine klangprächtigen Tondichtungen wie „Till Eulenspiegel“ und „Don Quixote“ kennen gelernt haben, ist vielleicht die Bühnenmusik zu „Der Bürger als Edelmann“ eine wohltuend erfrischende Erfahrung. Das Projekt entstand aus dem absurden Plan heraus (ausgeheckt von Strauss und seinem Lieblings-Librettisten […] mehr »


Top