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Alessandro Scarlatti, Francesco Mancini, Domenico Natale Sarri

Concerti

Bart Coen, Ryo Terakado, Mika Akiba u.a.

Sony Classical 88697 56408-2
(68 Min., 1/2009)

1725 stattete der Meisterflötist Johann Joachim Quantz auf seiner Italienreise auch Neapel einen Besuch ab, bei dem er unter anderem auch Alessandro Scarlatti begegnete. Und dieses Treffen soll, wie gerne vermutet wird, seine Spuren in Scarlattis Flötenkompositionen hinterlassen haben. Dabei besitzen auch seine kammermusikalisch besetzten Concerti, die ein Alte-Musik-Ensemble um den Blockflötisten Bart Coen eingespielt hat, so rein nichts galant Deutsches. Die viersätzig ganz dem traditionellen Da-Chiesa-Stil verbundenen Werke strahlen – wie die ebenfalls zu hörenden Schwesterwerke von Francesco Mancini und Domenico Sarri – eine Italianità aus, wie man sie sich besser nicht wünschen kann.
Keines der Werke, die man nun einem neapolitanischen Manuskript von 1725 der Vergessenheit entrissen hat, besitzt diese konventionell gepflegte Statur, mit der gerade barocke Blockflötenstücke zuhauf langweilen können. Ganz anders die acht Concerti, die von insgesamt 24 ausgewählt wurden. Die Ornamentik ist vielfältig, der Rhythmus belebend und die Melodien oftmals eine wundersame Arie ohne Worte. Als purer Nektar erweist sich zudem ein nachdenklich dahinwiegendes Largo von Domenico Sarri, das in seinen gerade mal 90 Sekunden Spielzeit es durchaus mit so manch langsamen Sätzen Vivaldis aufnehmen kann. Komplettiert vom flüssigen Atemgold Bart Coens sowie der erfrischend agierenden Continuo-Gruppe, macht diese Entdeckungsreise nach Neapel Lust auf mehr.

Guido Fischer, 31.07.2010



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