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Peter Iljitsch Tschaikowski

Manfred-Sinfonie

Gürzenich-Orchester Köln, Dmitri Kitajenko

Oehms Classics/harmonia mundi OC 665
(61 Min., 3/2009)

Tschaikowskis 1885 komponierte Manfred-Sinfonie nach Lord Byron gehört zu den Werken, die dringend die Hilfe eines versierten Interpreten brauchen: Hier muss der Dirigent durch Zuspitzung des dramatischen Ablaufs die Zielorientierung schaffen, die dem Komponisten in der Emphase seines Schaffensrausches etwas aus dem Blick geriet. Eine nicht eben leichte Aufgabe, zumal Tschaikowski hier im Gegensatz zu seinen regulären Sinfonien kaum markante Themen für Leben und Lieben des romantischen Helden einfielen – schon das eingangs präsentierte Manfred-Thema ist gemessen am Tschaikowski-Standard nur zweite Garnitur. Dmitri Kitajenko und das Kölner Gürzenich-Orchester gehen bei ihrer Schilderung des romantischen Epos leider allzu sehr in die klangliche Breite: Schon ihre Gesamteinspielung der Schostakowitsch-Sinfonien war ja eher sinfonisches Breitwandkino, doch während der satte Streichersound und das blitzende Blech den ohnehin stringent gebauten Schostakowitsch-Stücken guttaten, bewirken die gleichen Qualitäten hier eher ein Verebben im Ungefähr atmosphärischer Stimmungsmalerei. Immerhin ein weiterer Beweis für die ausgezeichnete Form, in der sich Kölns Philharmoniker derzeit befinden – nur hätte man das lieber an einem dankbareren Werk gezeigt bekommen.

Jörg Königsdorf, 21.08.2010



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