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Richard Strauss

Eine Alpensinfonie

Orchestre de'l Opéra de Paris, Philippe Jordan

naïve/Indigo 948662
(52 Min., 11/2009)

In seinem neuen Amt als Chefdirigent der Pariser Bastille-Oper will Philippe Jordan hoch hinaus: Gleich in seiner ersten Spielzeit hat er nicht nur den "Ring" in Angriff genommen, sondern schon bei seinem Antrittskonzert mit Strauss' "Alpensinfonie" den Anspruch proklamiert, auch beim Orchesterrepertoire oben mitzuspielen. Die technischen Voraussetzungen sind jedenfalls da und ein eigener Tonfall auch: Die helltönige, seidige Eleganz in den Streichern und der schlanke, elastische Bläserton, mit der das Pariser Opernorchester seinen Strauss spielt, scheinen direkt von Debussy und Ravel herzukommen – oder auch vom polyfonen Filigran des unmittelbar zuvor entstandenen "Rosenkavaliers". Gerade bei Aufstieg zum Gipfel atmen viele Episoden Duftigkeit und sogar Charme, selbst die Alm-Episode wird eher augenzwinkernd als deftig geschildert. Dass dabei über dem aparten Detail ein wenig die große Linie verlorengeht, rächt sich allerdings auf dem Gipfel: Hier stellt sich der gloriose, befreiende Panorama-Sound nur bedingt ein, die Solo-Oboe etwa bleibt hier letztlich zu verspielt, ähnlich wie später die Es-Klarinette bei der "Stille vor dem Sturm". Um mit den Referenzaufnahmen (Kempe, Solti) gleichzuziehen, fehlt es Jordan und seinen Parisern vorerst noch ein wenig an Wucht, Klangtiefe und großem Atem.

Jörg Königsdorf, 04.09.2010



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