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The vox

Eric Legnini, The Afro Jazz Beat

Discograph/Alive 3239042
(54 Min.)

Der Gruppenname klingt ein wenig irreführend. Wenn man The Afro Jazz Beat liest, könnte man auf den Gedanken kommen, dass der belgische Piano-Tausendsassa Eric Legnini nach seinen Singer/Songwriter-Sidemanjobs und Ausflügen in Souljazz- und HipHop-Gefilde den Weltmusiker in sich entdeckt hat. Man muss jedoch acht Songs abwarten, bis Legnini und sein Trio – verstärkt mit Gitarren und Bläsern – das Erwartete tun: sich stilecht vor dem Afro-Funk des "Black President" Fela Kuti verbeugen.
Ehrlich gesagt: Eine Enttäuschung ist es nicht, dass Legnini kein lupenreines Ethno-Album aufgenommen hat, sondern vielmehr dezent dem Afrikanischen in der Jazzmoderne nachspürt. Was definitiv den vielfältigen Begabungen des Pianisten entgegenkommt. Der präsentiert sich auf "The vox" nicht nur als würdiger Nachfolger so unterschiedlicher Persönlichkeiten wie Horace Silver, Oscar Peterson oder Bill Evans, sondern auch als hervorragender Komponist einer Reihe von Gute-Laune-Songs.
Dass die oftmals eine ganz eigentümliche Stimmung bekommen, liegt an der Sängerin Krystle Warren. Bei sechs Stücken lässt die US-Amerikanerin ihr irgendwo zwischen Gospel, Soul und Folk mäanderndes Alt-Organ erklingen. Wenn der Name The Afro Jazz Beat nicht ganz stimmig sein sollte – der Albumtitel "The vox" ist wegen dieser Stimme auf jeden Fall gerechtfertigt.

Josef Engels, 21.05.2011



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