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Diverse

Deux siècles de musique à Versailles

Christophe Rousset, Véronique Gens, Gustav Leonhardt, Les Talens Lyriques, Concerto Köln u.a.

Armide/harmonia mundi ARM 012
(90 Min., 2007)

Durch die Gärten und das Schloss von Versailles zu promenieren, ist an sich schon eine Wonne. Erklingt zwischendurch aus den Appartements, aus der Orangerie oder aus dem Spiegelsaal dann noch feinste Barockmusik, ist die Zeitreise zu den Königen perfekt. 2007 inszenierte Film-Regisseur Olivier Simonnet solch einen Besuch im französischen Zentrum der politischen und musikalischen Macht. Anlass war der 20. Geburtstag des Centre de Musique Baroque de Versailles (CMBV). Seit 1987 kümmert sich da ein riesiges Team an Musikwissenschaftlern um die Aufarbeitung jenes riesigen Partiturennachlasses, der sich während der Regentschaften der Louis-Connection XIII. – XVI. angesammelt hat. Und um nun in der glorreichen Musikgeschichte Frankreichs zu blättern, die vorerst ihr Ende mit der französischen Revolution fand, konnte Simonnet sich natürlich auf keinen besseren Kenner verlassen als auf den künstlerischen Institutsleiter Benoît Dratwicki (sein Name bleibt im Booklet leider unerwähnt).
Zugleich warten hinter jeder knarzenden Tür und auch so manchem Gebüsch von Versailles Musiker von Rang, die anhand von repräsentativen Klangbeispielen die beeindruckende Ahnengalerie vor Ohren führen. Sopranistin Véronique Gens singt betörend dramatisch Ausschnitte aus Opern von Lully, Campra und Rameau. Altmeister Gustav Leonhardt setzt sich an die Orgel-Antiquität der Königlichen Kapelle. Und Concerto Köln spielt mit Gluck einen Komponisten, der von Marie-Antoinette besonders geschätzt wurde. Die Tonbeispiele sind vorrangig Mitschnitte von Konzerten, die das Centre de Musique Baroque de Versailles im Laufe seiner Arbeit mitorganisiert hat und die sich größtenteils auch auf der 20 CDs umfassenden Box „200 Years Of Music At Versailles“ wiederfinden.

Guido Fischer, 22.10.2011



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