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Gabriel Fauré

Requiem, Pavane, Cantique de Jean Racine u.a.

Philippe Jaroussky, Matthias Goerne, Paavo Järvi, Orchester der Pariser Nationaloper, Chor der Pariser Nationaloper

Virgin/EMI 0884702
(63 Min., 2/2011)

Von den Namen der Interpreten her mag die Aufnahme von Gabriel Faurés „Requiem“ unter Leitung von Paavo Järvi meilenweit vorne liegen. Die Einspielung mit dem Münchener Kammerorchester und Peter Dijkstra am Pult kann dagegen mit der selten zu hörenden Kammerorchester-Fassung von 1893 punkten. Doch Äußerlichkeiten sind schnell Schall und Rauch, wenn sich gerade in der wohl freundlichsten Totenmesse der Musikgeschichte nicht Entrücktheit und kostbare Melodienseligkeit in Balance befinden. Und genau dieses geistig-sinnliche Kunststück ist allen Beteiligten ohne Zweifel geglückt. Die Chöre sind berückend schön und dann wieder farbig-kraftvoll bei der Sache. Wobei die von Fauré schon fast übermäßig zelebrierte Flächigkeit sich in einem ständigen Schwebezustand befindet und doch nicht der Textverständlichkeit schadet.
Was den durchhörbaren Klangzauber angeht, können Paavo Järvi und sein Orchestre de Paris mit der Münchner Aufnahme konkurrieren, obwohl die von ihm gespielte Endfassung von 1900 eigentlich sinfonische Züge tragen müsste. Järvi achtet jedoch trotz all der zusätzlichen Geigen ebenso einfühlsam auf intonatorische und rhythmische Genauigkeit wie Peter Dijkstra. Wenn es tatsächlich graduelle Unterschiede gibt, dann in den Solo-Stimmen. An die oftmals beschworene, engelsgleiche Linearität und Schlichtheit, wie sie Philippe Jaroussky bei Järvi bietet, kommt die Sopranistin Sunhe Im mit ihrer sehr edel geführten Stimme doch nicht ganz ran. Und im Gegensatz zu dem etwas zu stämmigen Bariton Konrad Jarnot erweist sich Matthias Goerne mit seinem zarten und weichen Legato als die bessere Besetzung. Dennoch kann man getrost zu beiden Einspielungen greifen, zumal man hier wie da bei geistlichen Werken von Francis Poulenc bzw. weiteren Chor-Werken Faurés zusätzlich unbekannteres Repertoire entdecken kann.

Guido Fischer, 29.10.2011



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