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Rimjob

Felix Lehrmann’s Rimjob

Art of Groove/Indigo 961232
(50 Min., 4/2010)

Diese CD ist definitiv nichts für zart besaitete Gemüter. Es wird gerülpst, gedieselt, gestöhnt. Und dann verbeugt sich diese Band auch noch vor „Red Scorpion“, einer der größten Leinwand-Untaten der 80er Jahre, die vom Lexikon des internationalen Films als „ebenso gehässiger wie primitiver Action-Film“ geführt wird.
Und ja: Zweifellos lassen sich Ähnlichkeiten zwischen der Brutalo-Klamotte und der Debüt-Aufnahme der Formation feststellen, die Drummer Felix Lehrmann unter dem Schlagzeugerscherznamen „Rimjob“ zusammengetrommelt hat. Beides ist nämlich ein hemmungsloser Jungensspaß, bei dem virtuos die Fäuste und Füße fliegen. Wobei: Was der famose Lehrmann da anstellt, der ungeachtet seiner erst 27 Jahre als einer der meistgefragten Schlagzeugdienstleister der deutschen Pop-Szene firmiert, ist keinesfalls gehässig. Geschweige denn primitiv.
Zusammen mit Claus Fischer, Deutschlands E-Bassisten Nummer eins, dem Gitarristen-Chamäleon Torsten Goods und dem Keyboarder Till Sahm liefert Lehrmann hier punktgenau gespielten Jazzrock ab. Der wird gerne im derben Heavy-Metal-Gewand präsentiert („Fatieh klopft“, „601 Deluxe“, „Red Scorpion“), ist sich aber nicht für Ausflüge in die Funk-Abteilung („Homoprol“) oder smoothjazzigere Regionen („Randy’s Bum“, „Edvard“) zu schade. Hauptsache, Lehrmann kann bei jedem Stück seine erstaunlichen Fähigkeiten an den Sticks, Fellen und Pedalen unter Beweis stellen.
Dennoch ist das hier keine Drummer-Platte, was sich den vorzüglichen, mit vielen Freiräumen ausgestatteten Mitstreitern verdankt. Sie helfen dabei, dass Lehrmann endlich auch mal jenseits des Pop so richtig die Sau rauslassen kann. Prost!

Josef Engels, 26.11.2011



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