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Luzzasco Luzzaschi

Concerto delle Dame - Madrigali per cantare et sonare

La Venexiana, Claudio Cavina

Glossa/Note 1 GCD 920919
(53 Min., 8/2009)

Laura Peperara, Anna Guarini und Livia d’Arco hießen die drei Künstlerinnen, die sich Alfonso II. von Ferrara Ende des 16. Jahrhunderts an seinen Hof holte. Als „Concerto delle Dame“ schrieben sie Kulturgeschichte, denn das virtuose Repertoire, das sie ihrem Dienstherrn und seinen Gästen täglich zu Gehör brachten, war von höchster Güte, hatte stilistisch revolutionäre Qualitäten – und blieb für die Außenwelt ein Geheimnis, denn Alfonso verhinderte, dass die Noten den Ferrareser Hof verließen. Einzig eine Reihe von Madrigalen mit virtuosen monodischen Passagen, die der am Ferrareser Hof beschäftigte Komponist Luzzasco Luzzaschi 1601 (nachdem Ferrara in den Besitz des Papstes übergegangen und einige der Protagonisten jener glanzvollen Hofmusik schon verstorben waren) innerhalb einer Sammlung veröffentlichte, ließen sich über Jahrhunderte dem „Concerto delle Dame“ mit Gewissheit zuordnen. Erst in jüngster Zeit hat man weiteres Repertoire gefunden, das in diesen Umkreis gehören könnte.
Die drei Damen dieser CD heißen Roberta Mameli, Emanuela Galli und Francesca Cassinari. Anders als ihre historischen Vorbilder spielen sie nicht gleichzeitig auch Laute, Gambe und Harfe, weshalb ihnen für diese Produktion einige weitere Musiker zugeordnet wurden. Das kleine Ensemble harmonisiert in unterschiedlichen Besetzungen hervorragend; besonders die drei Sängerinnen bringen es zu faszinierender klanglicher und intonatorischer Kongruenz. Im ersten Höreindruck erscheint das Repertoire weniger virtuos, als es die illustren Geschichten, die sich um das „Concerto delle Dame“ ranken, vielleicht vermuten lassen. Allerdings gilt es, nicht nur auf die immer wieder eingestreuten virtuosen Kunststücke zu achten, sondern auch auf die spannungsreiche Harmonik des Satzes und insgesamt auf die seinerzeit innovative Sprachbehandlung, die mit satztechnischen Besonderheiten einhergeht. Vertiefung ist also erforderlich, wenn man unter die Oberfläche der Musik vordringen will. Das Beiheft, das eine deutsche Übersetzung der gesungene Texte und auch eine fundierte Einführung enthält, leistet dabei wertvolle Dienste.

Michael Wersin, 24.12.2011



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