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Diverse

Mare Nostrum

Jordi Savall, Hespèrion XXI, Montserrat Figueras, Lior Elmaleh u.a.

Alia Vox/harmonia mundi AVSA 9888
(160 Min., 2009-2011) 2 CDs

Was ist Jordi Savall nicht alles. Gambenmaestro und Ikone der Alten Musik-Bewegung. Dirigent und Ensemble-Gründer, erfolgreicher CD-Label-Eigner und forschender Notenwurm. Und die Liste der Auszeichnungen, die er für seine Umtriebigkeit Jahr für Jahr einheimst, ist ebenfalls beeindruckend lang. Seit 2008 ist Savall aber nicht nur ein „Artist of Peace“, ein Titel, der ihm von der UNESCO verliehen wurde. Darüber hinaus ist er von der Europäischen Union in den diplomatischen Dienst aufgenommen worden – als Botschafter für den interkulturellen Dialog. Wenn sich schließlich in den letzten dreißig Jahren ein Musiker stets um die Wiederbelebung von musikalischen Traditionen und Kulturen verdient gemacht hat, dann ist es zweifelsohne Savall.
Ganz im Sinne des Schriftstellers Elias Canetti, für den „die Musik die wahre lebende Geschichte der Menschheit ist“, erinnert Savall mit seinen musikalischen Projekten an weit zurückliegende Zeiten, als bis zum 15. Jahrhundert die Musik ein einendes Band zwischen Orient und Okzident bildete. Genau diese versöhnende Kraft von Gesängen und Instrumentalstücken, die sich vom maurischen, jüdischen und christlichen Spanien entlang des Mittelmeers bis nach Marokko und ins byzantinische Reich ausbreiteten, ist nun in der 2CD-Box „Mare Nostrum“ dokumentiert. Und für die traditionellen Gesänge und Melodien hat Savall einmal mehr vertraute Fachkräfte wie den Oud-Spieler Driss El-Maloumi und Dimitri Psonis am Hackbrett „Santur“ dabei. Während er seine Gambe schon mal gegen eine Lyra oder gegen das afghanische Streichinstrument Rebab eintauscht. Beeindruckend zudem: die Aufmachung des dickleibigen, zehnsprachigen Booklets im Buch-Format.

Guido Fischer, 21.01.2012



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