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Wolfgang Dauner’s United 2

United Jazz + Rock Ensemble

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(63 Min., 2011)

Zwei Bands haben den deutschen Jazzrock geprägt: Klaus Doldingers Passport und Wolfgang Dauners „United Jazz + Rock Ensemble“, dessen 1977 eingespielte Debütscheibe „Live im Schützenhaus“ zur bestverkauften deutschen Jazzplatte wurde. Bis 2002 hielt Wolfgang Dauner die Band nahezu in Originalbesetzung zusammen – einzig der Bassist Eberhard Weber machte Dave King Platz. Nun hat Dauner die legendäre Formation wiederbelebt – mit neuen Musikern, denn der Gitarrist Volker Kriegel, der Trompeter Ian Carr, der Posaunist Albert Mangelsdorff und der Saxofonist Charlie Mariano sind inzwischen gestorben, und die Saxofonistin Barbara Thompson leidet an Parkinson. Den individuellen, unter hunderten von Kollegen heraushörbaren Solistenklang zu ersetzen, ist nicht einfach – und doch funktioniert „United 2“ prächtig. Denn das neue Team, die Trompeter Claus Stötter, Stephan Zimmermann und Tobias Weindinger, der Posaunist Adrian Mears, die Saxofonisten Bobby Stern und Klaus Graf sowie der Gitarrist Frank Kuruc, Dave King und der Schlagzeuger Flo Dauner zählen zu den besten im Lande. Mit ihnen bringt Dauner mit „Ausgeschlafen“, „Capriccio Funky“, „Gone With The Weed“, „Double Bind“, „Wendekreis des Steinbocks“ und anderen Titeln eine schöne Auswahl von UJRE-Klassikern zu neuer Blüte, zum Teil akkurater und knackiger als die Urformation und zwangsläufig mit neuen Solistensounds, an die sich der Alt-UJRE-Fan zwar gewöhnen muss – aber dies funktioniert sogar bei „South Indian Line“, das Charlie Mariano einst auf dem indischen Nadaswaram einleitete und nun Adrian Mears und Bobby Stern auf Didgeridoo und Sopransaxofon eröffnen. Das UJRE war und ist eine Band, die von einprägsamen Themen, harten Rhythmen und wuchtigen Bläsersätzen lebt, die ihren Solisten Freiräume lässt und ein unverwechselbares Klangbild besitzt. Da die neue Band frisch und voll Spiellust agiert, ist United 2 mehr als ein Nostalgieprojekt. Der Jazzrock des Tentetts wirkt quicklebendig und strahlt Lebensfreude aus. Und das ist gut so.

Werner Stiefele, 19.05.2012



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