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Frédéric Chopin, Ferdinand Hiller, Franz Liszt

Trois amis à Paris (Trois nocturnes op. 15, Rhythmische Studien op. 52, Trois ghazèles op. 54, Huit mésures variées op. 57, Apparitions, Harmonies poétiques et religieuses)

Tobias Koch

Genuin/Note 1 GEN 12255
(79 Min., 3/2012)

Es muss eine inspirierende Zeit gewesen sein, die Frédéric Chopin, Ferdinand Hiller und Franz Liszt Anfang der 1830er Jahre gemeinsam in Paris verlebten: Sie traten gemeinsam auf, widmeten sich gegenseitig ihre Werke, schrieben sich reihum sprühend witzige Briefe und ließen sich in den Salons von älteren Damen frivole Komplimente wie dieses machen: „Wenn ich jung und hübsch wäre, mein kleiner Chopin, dann wählte ich dich zum Manne, Hiller zum Freund und Liszt zum Liebhaber“.
Dank Tobias Koch, der sich hier einmal mehr als einer der technisch wie musikalisch führenden Virtuosen auf dem Hammerflügel der Romantik erweist, sind die „Trois amis à Paris“ endlich wieder gemeinsam zu erleben. Ferdinand Hiller profitiert besonders von dieser Hommage. Er, der wohl das verbindende und stabilisierende Element in der Freundschaftsbeziehung darstellte, erweist sich auch kompositorisch als „Missing Link“ zwischen Chopin und dem frühen Liszt: Neben dem neckischen Impromptu „Zur Guitarre“ und den experimentelleren „Rhythmischen Studien“ zeugen besonders die „Huit Mésures variées“ von der Überlebensfähigkeit des Hillerschen Werks.
Wie die oben erwähnte Dame macht auch der historische Érard-Flügel von 1842 (alle drei Freunde besaßen Instrumente des Pariser Herstellers) feine Unterschiede in seiner Zuneigung zu den Komponisten: Während Chopins „Drei Nocturnes“ aufgrund der kernigen unteren Lagen eher als Affäre interessant sind, vermählen sich Flügelklang und Komposition am perfektesten bei Hiller, der sowohl in seinen poetischen wie grüblerischen Werken gleichermaßen und dauerhaft überzeugt.

Carsten Niemann, 12.01.2013



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