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Carl Maria von Weber

Violinsonaten, Klavierquartett

Isabelle Faust, Alexander Melnikov, Boris Faust, Wolfgang Emanuel Schmidt

harmonia mundi HMC 902108
(70 Min., 6/2011)

Da ist tatsächlich wieder der Komponist, der gerne zum Tanze aufforderte. Zwar entstand auch das „Menuetto“ wie das gesamte Klavierquartett von Carl Maria von Weber zehn Jahre vor seinem berühmten Rondo brillant. Aber wie beschwingt sich da die vier Instrumente einhaken und sich gemeinsam übers Parkett drehen, kann so nur von Weber stammen. Überhaupt spürt man schon bei dieser hübschen Kleinigkeit, was für ein Spaß die Musiker um Geigerin Isabelle Faust und Alexander Melnikov am Fortepiano bei den Aufnahmen hatten.
Was kaum verwundert, denn nicht nur im kaum bekannten Klavierquartett, sondern auch in den noch weniger gespielten sechs Violinsonaten lernt man Weber als einen ausgelassen geselligen Komponisten kennen. Springlebendig geht es hier kreuz und quer durch den Salon, während man sich dort bei einer zunächst galanten Polacca näher kommen kann – bevor es einem wieder stramm in die Beine fährt.
Von glänzend aufgelegten Musikern sind jetzt diese Kammermusikraritäten entmottet worden, die Weber in den Jahren 1809 (Klavierquartett) und 1810 (Violinsonaten) geschrieben hat. Und auch wenn immer wieder eine kleine Überraschung auf die andere folgt (Viva Italia: der Variationssatz über ein Opernthema in der Sonate op. 10 Nr. 5), kann man sich bei diesen Leichtgewichten nicht nur auf höchstem Niveau amüsieren – so werden zum Beispiel abgründige (Schubert-)Töne im langsamen Satz des Klavierquartetts angeschlagen. Auch das ist mehr als nur eine Weber-Entdeckung.

Guido Fischer, 26.01.2013



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