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Johann Sebastian Bach

Kantaten für das komplette liturgische Jahr Vol. 16: Pfingst-Kantaten

Gerlinde Sämann, Petra Noskaiová, Christoph Genz, Jan van der Crabben, Sigiswald Kuijken, La Petite Bande

Accent/Note 1 ACC 25316
(70 Min., 12/2012)

Eine im Großen und Ganzen gelungene Folge von Sigiswald Kuijkens Kantaten-Reise durchs Kirchenjahr: Aus dem Repertoire der pfingstzeitlichen Kantaten hat Kuijken sehr reizvolle Stücke ausgewählt; zwar fehlt BWV 68 und damit die berühmte Sopran-Arie „Mein gläubiges Herze“, die wir von Gerlinde Sämann sehr gern gehört hätten. Dafür bieten aber alle vier hier vertretenen Werke der Mezzosopranistin Petra Noskaiová ausführlich Gelegenheit, sich mit ihrer warmen, klaren, völlig unprätentiös im Dienste des Wortausdrucks geführten Stimme von ihrer besten Seite zu zeigen. Vor allem in „Gelobet sei der Herr, mein Gott, der ewig lebet“ (BWV 129) begeistert sie durch die genannten Qualitäten im Dialog mit der Oboe d’amore; schade nur, dass sich Continuo-Improvisator Benjamin Alard an der Truhenorgel hier so wenig kreativ am Geschehen beteiligt: Geradezu stur bleibt er gelegentlich auf Akkorden stehen, statt mit der rechten Hand tatsächlich flexibel zu begleiten.
Ein Paradestück für die Mezzosopranistin ist auch „Wohl euch, ihr auserwählten Seelen“ (BWV 34), eine pastorale Arie mit zwei Traversflöten und gedämpften Streichern: Noskaiová verfügt über das schlechthin ideale Timbre für dieses Stück. Gerlinde Sämann zeigt mit ihrer obertonreichen Sopranstimme mangels Solonummern in dieser Folge vor allem Präsenz in den Ensemble-Sätzen – dies aber höchst effektvoll: So setzt sie der Schlussnummer von BWV 34 („Friede über Israel“) wahrlich ein zauberhaftes Glanzlicht auf.

Michael Wersin, 11.05.2013



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