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Dario Castello, Riccardo Rognoni, Francesco Rognoni, Alessandro Grandi, Claudio Monteverdi u.a.

The Golden Age Of The Cornett

William Dongois, Le Concert Brisé

Accent/Note 1 ACC 24261
(132 Min., 9/2003, 6/2005 & 7/2005) 2 CDs

Edel, edel, edel: Musik aus der Spätrenaissance und dem Frühbarock, bei der ein virtuos gespielter Zink die Spitze des Klangkörpers bildet, zählt für den Alte-Musik-Fan zum Erhebendsten, was das Repertoire zu bieten hat. William Dongois, begabter Zinkenist ebenso wie unermüdlicher Schatzgräber auf den Spuren der reichhaltigen Literatur für sein Instrument, erfreut seine Hörer regelmäßig mit herausragenden CD-Produktionen. Das vorliegende Doppelalbum vereint nun zwei ältere Programme: italienische Diminutionen des 17. Jahrhunderts und Instrumentalmusik aus dem Umkreis des venezianischen Markusdoms zur Zeit Monteverdis.
Die Kunst des Diminuierens ist eng verbunden mit der Geschichte des Zink: Das virtuose „Verkleinern“, also notenreiche Verzieren einzelner Stimmen aus bereits bestehenden Werken ist einer der Ausgangspunkte jener bahnbrechenden Entwicklungen, die um 1600 den Epochenübergang von der Renaissance zum Barock bestimmt haben. Dongois präsentiert Diminutionen von Palestrina- und Victoria-Motetten, die er u.a. weltlichen Kompositionen aus der Sphäre der Tanzmusik gegenüberstellt, in denen das Soloinstrument – der Zink – zum eigenständigen, improvisierten Verzieren aufgefordert ist.
Das Programm der zweiten CD ist eine verschränkte Folge von vokal-instrumentalen Concerti in kleiner Besetzung (mit der Sopranistin Julie Hassler als Gesangssolistin) und rein instrumentalen Sonaten. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Klangfarbe des Zink immer wieder als der menschlichen Stimme sehr ähnlich beschrieben wurde, ist dies eine sehr sinnvolle Zusammenstellung: Die Analogie zwischen vokaler und instrumentaler, zwangsläufig nonverbaler Eloquenz, die zu den Spezifik das barocken Stils gehört, wird hier unmittelbar sinnfällig.

Michael Wersin, 07.09.2013



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