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Windfall

Ensemble Denada

Ozella/Galileo OZ053CD
(45 Min., 10/2012)

Spätestens seit der Aufnahme „Finding Nymo“ weiß man auch in Mitteleuropa, dass Helge Sundes Ensemble Denada zu den originellsten Jazz-Großformationen des Kontinents zählt. Es liegt nicht nur am schillernden Humor des 15-köpfigen Zusammenschlusses und an den melodisch eigenwilligen, aus der Musiktradition Westnorwegens schöpfenden Arrangements des Bandleaders, dass die Big Band für Aufhorchen sorgt. Einer der entscheidenden Bestandteile des Kollektivs ist die Integration elektronischer Sounds, für die die Norweger seit Nils Petter Molvaer, Eivind Aarset oder Arve Henriksen ohnehin einige Berühmtheit erlangt haben.
Im Ensemble Denada sind neuartige Klangelemente kein Modegag, sondern eine Selbstverständlichkeit. Zwei Instrumente, die auf „Windfall“ zum Einsatz kommen, machen das hübsch deutlich. Zum einen das von Nils Jansen gespielte „Tubax“, eine Mischung aus Tuba und Saxofon, das am Beginn von „Moosic“ röhrt wie ein balzender Elch. Zum anderen die von Peter Baden bedienten „Percutronics“. Dieses Mittelding aus Percussion und elektronischer Verfremdungsmaschine gibt die seltsamsten Klänge von sich. Im zappaesken Album-Opener „The Speedcouch“ denkt man beispielsweise irgendwann, man befände sich in Darth Vaders Bastelkeller.
Dennoch verbeugt sich Komponist und Ensemblechef Helge Sunde auch immer wieder respektvoll vor Vorgängern und Zeitgenossen. „Seven Winds“ etwa mit den wie Laub im Herbstwind taumelnden Bläsersätzen erinnert stark an Jan Garbarek, „Moosic“ lässt inmitten seiner krummtaktigen Sprödigkeit eine große Verwandtschaft mit Maria Schneider erkennen.
Glücklich, wer als Arrangeur dann auch noch solche Musiker zu Erfüllungsgehilfen hat: Die Soli von Sopransaxofonist Frode Nymo, Pianistin Olga Konkova oder Gitarrist Jens Thoresen tragen maßgeblich dazu bei, dass Sundes teilweise übernervösen Blech- und Holzbläser-Konstruktionen zu einem tragfähigen Gebilde werden.

Josef Engels, 26.10.2013



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