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Jean-Philippe Rameau

Pièces de clavecin en concerts

Ensemble Fleury

dhm/Sony 88883702572
(62 Min., 3/2013)

Lange verkörperte die Viola da gamba das aristokratische Klangdenken Frankreichs. Doch das Violoncello sollte ihr nicht nur im Laufe des 18. Jahrhunderts das Leben schwer machen, sondern sie bald aus dem erlauchten Kammermusikzirkel völlig herauskomplimentieren. Und so soll in Frankreich die letzte (historische) Gambe spätestens 1769 gebaut worden sein. Sie stammt aus der Werkstatt von Benoist Fleury und ist eine Kuriosität. Denn statt der maximal sieben besitzt diese Bassgambe gleich acht Saiten! In wessen Auftrag Monsieur diesen aus der Art geschlagenen Vielsaiter gebaut hat, ist nicht überliefert. Im Booklet zu der CD des Ensemble Fleury wird immerhin darüber spekuliert, dass Fleury das gute Stück möglicherweise für Nachfolgeaufführungen der „Pièces de clavecin en concerts“ von Jean-Philippe Rameau entworfen haben mag. Denn in den fünf Concerts für Kammerensemble gibt es manche Passagen, bei denen sich Gambisten auf herkömmlichen Modellen mächtig die Glieder verrenken müssen.
Nun haben schon Könner wie Wieland Kuijken längst gezeigt, dass man diese insgesamt doch ungemein populären 16 Klang-Vignetten auch auf einem handelsüblichen Instrument durchwegs erlesen, beschwingt und gedankenvoll spielen kann. In technischer wie in künstlerischer Hinsicht lässt auch die Einspielung dieses Rameau-Konvoluts eben durch das Ensemble Fleury keine Wünsche offen. Zumal Heidi Gröger am Nachbau des besagten Fleury-Instruments sich nicht in den Vordergrund drängt, sondern mit ihren drei Kollegen an Traversflöte, Violine und Cembalo ein farbiges wie zugleich charmantes Vierergespräch bietet, dem man nur allzu gerne lauscht.

Guido Fischer, 21.12.2013



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