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Carl Philipp Emanuel Bach

Hamburger Sinfonien Wq. 182

Stuttgarter Kammerorchester, Wolfram Christ

Hänssler Classic/Naxos 98.637
(65 Min., 2/2013)

„Mich deucht, die Musik müsse vornehmlich das Herz rühren.“ Auf diesen doch so simplen Nenner hat Carl Philipp Emanuel Bach in seiner „Autobiografie“ sein Ideal von Musik auf den Punkt gebracht. Doch dem enorm fantasiebegabten Bach-Junior gingen nie der Stoff und die Ideen aus, um sein Credo ständig zu untermauern. Die für Bach so typische Balance aus Empfindsamkeit und Sturm-und-Drang-Furor, aus Anmut und Energie findet sich so gleichermaßen in den zehn Sinfonien, die in seiner Hamburger Zeit entstanden sind. Die sechs Sinfonien Wq 182 verdanken sich einem Auftrag des Diplomaten Gottfried van Swieten, der den Komponisten anhielt, keine Rücksicht auf die Schwierigkeiten zu nehmen, „die daraus für die Ausübung notwendig entstehen mussten“. Doch bevor Bach die sechsteilige Sammlung 1773 zu van Swieten nach Wien schickte, wurden die Sinfonien zunächst in Hamburg in einem privaten Kreis uraufgeführt und von einem Kritiker des „Hamburgischen musikalischen Couriers“ als das Resultat einer „genialen Seele“ bezeichnet.
Aus der zeitlichen Entfernung möchte man zwar nicht gleich mit solch einem Superlativ in den Geburtstagschor einstimmen, der einem aktuell anlässlich von Bachs 300. Geburtstag entgegenschallt. Aber die sechs Hamburger Sinfonien haben so gar nichts an vergnüglicher Unbekümmertheit, an Sportlichkeit und Geist eingebüßt. Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall. Das von seinem Ersten Gastdirigenten Wolfram Christ geleitete Stuttgarter Kammerorchester geht da mit einer Kompetenz und einem Feuer zur Sache, dass es die reine ansteckende Freude ist. Und auch das Herz fühlt sich bestens berührt.

Guido Fischer, 10.05.2014



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