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Open-Minded

Axel Kühn Trio

Double Moon/New Arts International DMCHR71143
(59 Min.)

Sie schauen sehr ernst drein auf dem Cover, die Herren Kühn, Möck und Gustke. Dabei passt diese Griesgrämigkeit überhaupt nicht zu ihnen: Schließlich ist ihre Musik genauso verspielt, weltoffen und frei im Geiste, wie es der CD-Titel „Open-Minded“ verspricht.
Das fängt an mit den skurrilen Klavierkürzeln im 8-Bit-Gewand, die das Album im Stück „Digital World“ wie ein kaputter Handyklingelton einläuten, setzt sich fort in Kompositionen, die dezent die Dancehall-Grooves von „Seeed“ zitieren („Behind The Sun“) oder sich vor dem Rockballaden-Geschick von „Guns'n'Roses“ verneigen („Don't Cry“) und endet mit „Mystic Angle“ in einer Apotheose der Trio-Kunst, deren Glaubensgeheimnis in der exakten Winkelberechnung beim Musizieren im gleichschenkligen Dreieck liegt.
Auch wenn es die Besetzung nahe legt: Ein gewöhnliches Piano-Trio ist der süddeutsche Dreierbund keineswegs. Man muss hier nämlich eher von einem Bass-Trio sprechen. Vom tieftönenden Bandleader Axel Kühn stammen alle Stücke mit einer Ausnahme; dass ausgerechnet die „Guns'n'Roses“-Coverversion auf der Platte am schwächsten und beliebigsten klingt, darf Kühn durchaus als Kompliment für seine schreiberischen Fähigkeiten verstehen.
Die Stücke gemahnen mal an die Erzeugnisse des Bass-Kollegen Avishai Cohen („Desert Sand“), mal an „The Police“ („7 Lifes“ erinnert in der Coda an „Every Little Thing She Does Is Magic“) und geben den Mitstreitern Ull Möck am Klavier und Marcel Gustke ausreichend Platz zur Entfaltung. Dabei entwickeln sich die jeweiligen Soli organisch aus dem Kontext heraus; nie ist da ein Ausrufezeichen, sondern ein ausgewogenes Hin und Her zwischen thematischer Verabredung und improvisatorischer Ausgestaltung. Diese Aufgeschlossenheit bezieht auch den Rezipienten mit ein: Das Zuhören macht einfach Spaß.

Josef Engels, 17.01.2015



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