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François-André Danican Philidor

Blaise le savetier

Iakovos Pappas, Ensemble Almazis, Paul-Alexandre Dubois, Caroline Chassany u.a.

Maguelone/harmonia mundi MAG111196
(55 Min., 9/2013)

Auf dem CD-Rücken wird der Einakter „Blaise le savetier“ als Mutter der Gattung „Opéra Comique“ angepriesen. Zudem soll es sich dabei um das Hauptwerk von François-André Danican Philidor (1726-1795) handeln, der zudem seinen festen Platz in den Schachgeschichtsbüchern hat. Solche Ankündigungen lassen natürlich alle Freunde von Opernraritäten schnell aufhorchen. Doch zumindest in diesem Fall folgt die Ernüchterung auf dem Fuß. Im Booklet blättert man vergeblich nach der obligatorischen Synopsis. Und während man immerhin etwas über das griechische Alte Musik-Ensemble Almazis und seinen Gründer Iakovos Pappas erfährt, muss man sich beim fünfköpfigen Sängerteam mit der Namens- und Rollennennung zufrieden geben.
Andererseits wäre jedes weitere Wort über die Sängerinnen und Sänger die reine Platzverschwendung. Denn angesichts des sängerischen und darstellerischen Niveaus braucht man sich die Besetzungsliste keinesfalls zu merken. Komödiantisches wird hier mit hysterischem Klamauk verwechselt. Und was allein die Sopranistin Caroline Chassany aus der Rolle der Schustersgattin Blaisine macht, ist eine einzige Quälerei. Wie in einen Schraubstock werden von ihr die bestimmt zauberhaften Arien und Arietten deformiert, kommt nahezu keine einzige Phrase ohne Schieflage aus. Der Unterhaltungsfaktor dieser Trouvaille, bei der das mittellose Pärchen Blaise & Blaisine auf ein betuchtes Prinzenpaar trifft, geht da gegen Null. Angeblich soll die moderne Erstaufführung von „Blaise le savetier” 2013 beim renommierten Festival de la Chabotterie ein voller Erfolg gewesen sein. Die nachfolgende und jetzt live mitgeschnittene Aufführung in Paris kann es hingegen keinesfalls gewesen sein.

Guido Fischer, 24.01.2015



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