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Gioachino Rossini

Ouvertüren, Andante e tema con variazioni

Antonio Pappano, Orchester der Akademie St. Cecilia Rom

Warner Classics 2564624344
(70 Min., 2/2008 - 3/2014)

Bei diesem Programm kann man im Grunde nichts falsch machen. Denn selbst wenn manches in den sieben Ouvertüren von Rossini nicht so recht zünden sollte, gibt es immer noch ausreichend Momente, in denen es knallt und rockt, Raketen in den Himmel geschossen werden und es im Orchester nach bester Tschindarassa-Bumm-Manier scheppert. Ideales Futter also für Maestro Antonio Pappano und sein römisches Orchester, um nach allen Regeln des Witzes und Schmisses, aber auch des Dramas und Schmelzes loszulegen. Und dass man all die Kontraste spielerisch beherrscht, ohne dabei auf billige Silvester-Knallbonbon- und Showeffekte setzen zu müssen, markiert vielleicht schon den gewichtigsten Pluspunkt bei diesem Festival orchestraler Rossini-Schlager, unter denen „Die Seidenleiter“ genauso wenig fehlen darf wie der „Barbier“, „La Cenerentola“ und „Wilhelm Tell“. Zu druckvollem Schmackes animiert Pappano das Blech. Selbst die tiefen Streicher zeigen sich von ihrer verlockenden Flirt-Seite, während die Geigen schon mal mit frechem Zwinkern loslegen. Alles richtig gemacht also.
Was allein das volle Vergnügen schmälert, ist bei den Einspielungen aus dem Zeitraum 2008 - 2014 die bisweilen staubtrockene Aufnahmetechnik. Und wenngleich die Zugabe, das aus dem Jahr 1812 stammende „Andante e tema con variazioni“ für Flöte, Klarinette, Fagott und Horn durchaus einer charmanten Opernszene ohne Worte ähnelt – mehr als eine nette Fingerübung des zwanzigjährigen Rossini ist dieses Quartett nicht.

Guido Fischer, 18.04.2015



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