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Orlando di Lasso

Missa Super Dixit Joseph & Motetten

Cinquecento

Hyperion/Note 1 CDA68064
(66 Min.) 8/2013 CDs

Der edle Klang eines erstklassig solistisch besetzten Männer-Ensembles mit zwei Countertenören an der Spitze lässt sich in puncto Schönheit und Homogenität kaum überbieten. Auch ermöglicht die Einzelbesetzung der Stimmen eine Geschmeidigkeit und Flexibilität, zudem eine Unmittelbarkeit und Intimität, wie sie mit einem „Chor“ kaum zu erzeugen wäre.
Mit diesen Qualitäten bewaffnet macht sich „Cinquecento“ an eine besonders schöne sechsstimmige Parodiemesse Orlando di Lassos und liefert auch gleich die Vorlage-Motette „Dixit Joseph Undecim Fratribus Suis“ mit. Sensibel spüren die Sänger den verschlungenen Wegen dieser Musik nach, deren dichte Dreiklangsverbindungen sich aus lauter selbständigen melodischen Linien zusammenflechten. Jenes untrennbare, wundersame Miteinander der Horizontale – die gelegentlich in Bicinium-Partien stärker zum Vorschein kommt – und der Vertikale ausgewogen und plastisch zu Gehör zu bringen, ist eine der Hauptaufgaben beim Interpretieren von Renaissance-Musik. Schöne, expressive Timbres sind dafür erforderlich, die einerseits beträchtlichen sinnlichen Reiz entfalten können, sich andererseits aber auch nahtlos zu einem Gesamtklang mischen. Die Sänger dieses Ensembles verfügen über solche Vorzüge im Übermaß: Nicht nur die von Terry Wey vertretene Diskantlage erstrahlt in edlem Glanz; auch in den Mittel- und Unterstimmen tritt immer wieder einmal die eine oder andere charakteristische Stimmfarbe kurz in den Vordergrund, ohne dabei allzu „solistisch“ zu agieren. Eine großartige Ensemblekultur, ein großartiges, differenziert tiefenscharfes Ergebnis!

Michael Wersin, 04.07.2015



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