Eine sehr kultiviert und klangschön, wenngleich nicht spektakulär musizierte Sammlung von vier klassischen Konzerten mit Fagott als Soloinstrument. Im Zentrum steht Mozarts bekanntes Konzert in B (KV 191), das die technischen Möglichkeiten des Instruments auf vorbildliche Weise bündelt und zur Geltung bringt. Darum herum gruppieren sich Konzerte von Peter Winter (der u. a. dadurch bekannt geworden ist, dass er der Mozart’schen Zauberflöte einen zweiten Teil hinzukomponiert hat), J. K. J. Neruda und J. A. Koželuh, in denen der Solist Patrick de Ritis gleichfalls Gelegenheit hat, sein Instrument von seiner Schokoladenseite zu präsentieren – dieses Instrument, das trotz seiner unbestrittenen lyrischen Qualitäten (wie kann es schmeicheln und schwärmen!) ob seiner charakteristischen Klangfarbe freilich immer ein wenig nach dem Großvater in "Peter und der Wolf" klingt. Eine Fülle von Wohllaut also auf dieser reizvollen CD, der es repertoire-, besetzungs- und ein wenig vielleicht auch interpretationsbedingt allerdings ein wenig an Ecken und Kanten, an immanentem Konfliktpotential fehlt.

Michael Wersin, 01.12.1999



Diese CD können Sie kaufen bei:


Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Werk und Biografie: Immer wieder führt dieses Spannungsfeld zu Einsichten in Komponistenleben, die Rätsel aufgeben oder einen zumindest staunen machen. Nikolai Mjaskowski zum Beispiel kam aus einer russischen Offiziersfamilie, ging auf die Kadettenschule, später auf die Petersburger Akademie für militärisches Ingenieurwesen und wurde anschließend, wie sein Vater, Offizier. Daneben aber komponierte er, und dieses Oeuvre hat mit Drill und militärischer Strenge so gar nichts zu tun. […] mehr »


Top