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Hommage à Eberhard Weber

Pat Metheny, Jan Garbarek, Gary Burton, Scott Colley u.a.

ECM/Universal 4732342
(70 Min., 1/2015)

1984 erschien die letzte Aufnahme von Pat Metheny auf ECM. Dass der Gitarrist nach über 30 Jahren und der „Selected Recordings“-Kompilation nun wieder mit neuer Musik auf dem Münchner Label zu hören ist, verdankt sich einem guten Freund, den Metheny als große Inspirationsquelle bei seinem Karrierestart neben sich wusste: Eberhard Weber.
Zu seinem 75. Geburtstag erhielt der Bassist, der seit seinem Schlaganfall 2007 nicht mehr spielfähig ist, in Stuttgart den eigens für ihn aus der Taufe gehobenen „Jazzpreis Baden-Württemberg für das Lebenswerk“. Anlässlich dieses Ereignisses versammelten sich ehemalige Gefährten Webers wie Jan Garbarek, Gary Burton, Paul McCandless oder eben Pat Metheny gemeinsam mit der SWR Big Band auf der Bühne des Theaterhauses für ein außergewöhnliches Konzert.
Ausgehend von einer Idee Methenys wurden Video-Loops von Webers früheren Solo-Performances auf den Bühnenhintergrund projiziert; auf Grundlage dieses „visual samplings“ interagierten die Musiker mit dem Bassisten. So konnte der mit ECM eng verbundene Jubilar gewissermaßen ein Comeback feiern.
Im Zentrum der CD, bei der man sich auch Bewegtbilder als Beigabe gewünscht hätte, steht Methenys 30-minütige Big-Band-Komposition „Hommage“. Die erweist sich als Präzisionsarbeit, in der Webers Bass-Soli von Tape passgenau ins Arrangement eingearbeitet wurden, und zeigt Metheny an der Gitarre als einfühlsamen Jünger vom sirrenden, majestätisch nachhallenden Sound des Geehrten. Freilich spannender als das zuweilen nicht so recht von der Stelle kommende Orchesterwerk ist das virtuelle Zwiegespräch, das Jan Garbarek mit klagendem Sopransax in den „Resumé Variations“ mit Webers singenden Bass-Loops führt.
Abgerundet wird das Album von Big-Band-Stücken auf der Grundlage von Weber-Stücken wie „Touch“ (von der CD „Colours“) oder „Notes After An Evening“ (von der CD „Pendulum“), bei der die Arrangeure Ralf Schmid, Michael Gibbs, Rainer Tempel und Libor Sima den prominenten Geburtstagsgästen in Stuttgart Raum für zart-sensibel klingende Grußkarten geben. Eine rührende Feier.

Josef Engels, 31.10.2015



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