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Diverse

Das Husumer Orgelbuch

Manuel Tomadin

Brilliant/Edel 1095328BRC
(113 Min., 4 - 8/2015) 2 CDs

Es müssen nicht immer diese spektakulären Notenentdeckungen sein, um einen neuen Blick auf ein Kapitel Musikgeschichte werfen zu können. Auch Handschriften von Komponisten, die nur Insidern ein Begriff sind, können sich als gehaltvolle Überraschung entpuppen. Das sogenannte „Husumer Orgelbuch“, das Anfang des neuen Jahrtausends in einer kritischen Ausgabe auf dem deutschen Notenmarkt veröffentlicht wurde, gehört unbedingt dazu. Denn das in der königlichen Bibliothek von Kopenhagen archivierte Orgelbuch von 1758 dokumentiert anhand von 17 Kompositionen für Orgel solo die norddeutsche Orgelmusik in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Zusammengestellt wurde diese Sammlung von einem gewissen Bendix Friedrich Zinck, in die er Concerti sowie Einzelstücke von Hinrich Zinck, Christoph Wolfgang Druckenmüller, Marx Philipp Zeyhold, Nicolaus Bruhns sowie von einigen anonymen Komponisten aufnahm. Vielleicht sind die jetzt von dem italienischen Organisten Manuel Tomadin aufgenommenen Stücke dieses Husumer Orgelbuchs nicht unbedingt solche komplexen Wunderwerke, mit denen etwa ein Buxtehude nach den Orgelsternen gegriffen hatte, dafür sind die meisten Kompositionen eher allzu klassisch linear angelegt. Trotzdem lohnt sich diese Gesamteinspielung schon deshalb, weil sich Tomadin mit den beiden historischen niederländischen Orgeln in Zwolle (Sint-Michaëlkerk) und Leens (Petruskerk) zwei Pracht-Instrumente von Arp Schnitger bzw. Hinsz ausgewählt hat, die den Werken Individualität und große Schönheit verleihen.

Guido Fischer, 13.08.2016



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