Responsive image
Diverse

Die russische Gitarre 1800 - 1850

Oleg Timofeyev, John Schneiderman, Anne Harley, Etienne Abelin, Kenneth Slowik, Dan Caraway

Brilliant Classics/Edel 95406
(2008 - 2013) 7 CDs

Während in ganz Europa die spanische Gitarre mit ihren sechs Saiten bei Profimusikern und in guten Stuben en vogue war, erfreute sich im Russland des frühen 19. Jahrhunderts eine Sonderanfertigung besonderer Beliebtheit. Sieben Saiten spannten sich da über den klassischen Gitarrenkorpus. Über den Erfinder dieser Novität wird bis heute gestritten. Vermutlich aber war es ein gewisser Andrey Sychra, der aus Litauen stammte und zu den auch produktivsten Meistern seines Fachs zählte. So soll er sage und schreibe über 1000 Stücke für die Gitarre geschrieben haben. Mehr als nur eine Handvoll von Sychras Piecen sind nun in der Box „Die russische Gitarre 1800 - 1850“ zu finden. Darunter etwa auch als Weltersteinspielung ein Arrangement von Rossinis „Di tanti palpiti“ für Gitarre und Violine oder eine hübsche Polonaise. Überhaupt dürften wirklich nur absoluten Eingeweihten die Komponistennamen ein Begriff sein, die der russische Gitarrist Oleg Timofeyev sowie sein amerikanischer Kollege John Schneiderman für diese hörenswerte Gitarren-Retrospektive ausgewählt und abwechselnd solistisch oder mit so manchen Kammermusikfreunden aufgenommen haben. Und wenngleich all die Nikolai Alexandrovs, Mikhail Vysotskys und Semion Aksionovs auf ihren Siebensaitern durchgehend einen eher gediegen-unterhaltsamen und galant-klassischen Stil pflegten, sind durchaus Überraschungen garantiert. Wie beispielsweise ein 10-minütiges Potpourri, das Vladimir Morkov aus Glinkas „Ein Leben für den Zaren“ für Gitarre arrangiert hat. Und selbst vom Russland-Reisenden Domenico Cimarosa hat sich eine Gitarren-Arie ohne Worte gefunden.

Guido Fischer, 20.08.2016



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Im Italien des 19. Jahrhunderts ist für Instrumentalisten nicht viel zu holen. Die großen Komponisten dieser Zeit: Alle schrieben sie Oper. Verdi, Puccini, Rossini, Donizetti, es ist zum Verzweifeln (zumindest aus Sicht der Kammermusik- und Orchesterfreunde)! Doch muss man nur ein wenig Schatzgräber-Instinkt mitbringen und gründlich suchen, wie es die Münchener Cellistin Raphaela Gromes und Pianist Julian Riem für ihre Debüt-CD bei Sony getan haben, und man stößt doch auf die eine oder […] mehr »


Top