Responsive image
Franz Liszt

Metanoia

Beatrice Berrut

Aparté/harmonia mundi AP137
(73 Min., 4/2016)

Franz Liszts poetisch-musikalische Welten sind weiträumige Seelenlandschaften des romantisch gestimmten Gemüts. Die schrankenlose Virtuosität, die den jungen Liszt anlässlich der Begegnung mit Paganini aufs Höchste faszinierte und inspirierte, erscheint in seiner Musik sublimiert als eine formstiftende Kraft der unaufhörlichen musikalischen Fortbewegung. Sie hält jene Metamorphose-Prozesse in Gang, die das am Anfang oft recht rohe, ja amorphe motivische Material in beständiger Variation entwickeln und eben auch verwandeln. Auf diesem Wege strebt Liszts Musik freilich auch die Verwandlung des mit ihr beschäftigten Subjekts an, Wandlung im Sinne einer Fokussierung, Verbesserung, letztendlich Heilung …
Wenn Beatrice Berrut ihr anspruchsvolles Liszt-Programm unter den Titel „Metanoia“ stellt, dann spricht sie ebenjene ur-romantischen Sehnsüchte an, die die Musik der Romantik im Innersten prägen und formen. Anhand zweier Nummern aus den „Années de pèlerinage“, zweier Balladen und den „Consolations“ demonstriert sie dem Hörer mit beachtlicher Technik und Gestaltungs-Fantasie Liszts unvergleichliche Seelenlandschaften, jene engen Verknüpfungen von Innerlich-Biografischem und Äußerlich-Effektvollem. Die in Lausanne, Zürich und Berlin ausgebildete Schweizerin präsentiert auf dieser CD das Ergebnis einer profunden Auseinandersetzung mit Franz Liszt, das den Hörer wahrhaft zu fesseln und mitzureißen vermag.

Michael Wersin, 14.01.2017



Diese CD können Sie kaufen bei:



Kommentare

Kommentar posten

Für diese Rezension gibt es noch keine Kommentare.




CD zum Sonntag:

Ihre Wochenempfehlung der RONDO-Redaktion

Musik vom Land, statt Musikland: Wenn man sich die britische Musikgeschichte so anschaut, scheint an tatkräftigen Stimmen aus den eigenen Reihen zwischen Henry Purcell und Edward Elgar ein riesiges Loch zu klaffen. Ein Loch, in dem sich vor allem zugereiste Berühmtheiten tummelten, von Händel und Haydn über Mendelssohn bis Weber – die sich übrigens in London alle pudelwohl fühlten! Die Rede vom „Land ohne Musik“ ist ein geflügeltes Wort, seit Oscar Schmitz 1904 seinen Aufsatz zu […] mehr »


Top