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Joseph Jongen

Mélodies pour soprano et quintette avec piano

Cliare Lefilliâtre, Shirly Laub, Frédéric d’Ursel, Elisabeth Smalt, Amy Norrington, Jean-Claude Vandon Eynden

Musique en Wallonie/Note 1 MEW1684
(45 Min., 4/2016)

Eine neue Folge aus dem Schatzkästlein der „Musique en Wallonie“: Mélodies des belgischen Komponisten Joseph Jongen, der seine charmante, stark französisch inspirierte Fin-de-siècle-Stilistik bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts beibehalten hat. Sämtliche hier präsentierten Mélodies werden vom Klavierquintett begleitet – sie erinnern damit an Gabriel Faurés entsprechende Bearbeitung seines eigenen Zyklus‘ „La bonne chanson“. Fauré, allenfalls mit einem Schuss Ravel und Debussy, ist ohne Zweifel auch das Vorbild für Jongens‘ Tonsprache: eine vielfarbige, modulationsfreudige Harmonik mit reizvoll angereicherten Akkorden, dazu elegante Linienführung in der Horizontale. Inspirationsquelle sind Gedichte u.a. von Baudelaire, Delacre und Sylvestre. Die dankbaren Stücke entstanden zwischen 1902 und 1948 und werden auf dieser CD von der Sopranistin Claire Lefilliâtre geradezu ideal vorgetragen: Mit ihrem vibratoarmen, aber gleichzeitig sehr warmen Timbre fügt sie sich glänzend in den süffigen Streicher- und Klavier-Klang ein. Diese Musik ist ein Fest für die Sinne; wer das Genre liebt, stört sich auch nicht daran, dass Jongen (obwohl der erste Weltkrieg auch seine Biografie entscheidend beeinflusst hat) seinen Salon-Stil bis zum Lebensende im Jahre 1953 unverdrossen beibehalten hat.

Michael Wersin, 06.05.2017



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