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Bella figura: Mozart-Medaillon von Leonhard Posch (c) ISM

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Mozarts Schokoladenseite

Die Salzburger Stiftung Mozarteum kann stolz auf ihre Sammlung von authentischen Mozart-Porträts sein. So kam etwa erst 2013 ein neues Stück in Form einer Tabakdose hinzu, auf der ein nicht unbedingt vorteilhaft gemalter Mozart zu sehen ist. Einen ganz anderen Komponisten zeigt uns hingegen ein Gipsmedaillon, das Mozart im Profil und klassisch mit Perücke und Zopf präsentiert. Nur rund 7,5 Zentimeter hoch ist diese jüngst erworbene Miniatur und stammt aus dem Besitz der Familie von Johann Nepomuk Hummel. Hummel war 1786 nach Wien gekommen, wo er zwei Jahre lang im Hause der Mozarts lebte und vom Hausherrn unterrichtet wurde. Der Forschung war das Medaillon zwar seit 1971 bekannt, Doch es konnte nie näher untersucht werden. Nach derzeitigem Kenntnisstand könnte es zu den wenigen Arbeiten des Bildhauers Leonhard Posch zählen, die vor 1803 in Wien entstanden sind.
Der aus Tirol stammende Posch wirkte zwischen etwa 1774 und 1802 (unterbrochen durch einige Reisen) als Wachsbossierer, Medailleur und Bildhauer in Wien, wo er mit Mozart persönlich bekannt war. Posch, der Mozart schon in Salzburg begegnet war, gestaltete von diesem seit 1788 mehrere Reliefs aus unterschiedlichen Materialien (Wachs, Meerschaum, Buchsbaum, Gips). Die Erwerbung jenes außerordentlich hochwertigen und bedeutenden Stücks ist von umso größerer Bedeutung, als zwei originale Posch-Reliefs der Stiftung Mozarteum, ein rotes Wachsmedaillon und ein als „Gürtelschnalle“ gestaltetes ovales Relief aus Meerschaum, vor 70 Jahren in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen sind.
Laut der Stiftung Mozarteum Salzburg sind nun nähere Forschungen nötig, um herauszufinden, ob das Gips-Medaillon aus dem Besitz der Familie des Weimarer Hofkapellmeisters Hummel noch zu Mozarts Lebzeiten entstanden ist oder auf der Basis authentischer Vorlagen, die bereits der postumen Mozart-Rezeption des frühen Biedermeier angehören.

Guido Fischer



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