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N° 1281
26.11. - 02.12.2022

nächste Aktualisierung
am 03.12.2022



Giovanni Battista Pergolesi

Stabat Mater

Gemma Bertagnolli, Sara Mingardo, Concerto Italiano, Rinaldo Alessandrini

Opus 111 /Helikon 30-160
(1998) Komponiert: 1735/36



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Giovanni Battista Pergolesi

Stabat Mater

Elizabeth Norberg-Schulz, Nathalie Stutzmann, Hanover Band, Roy Goodman

RCA/BMG 09026 61215 2
(1992) Komponiert: 1735/36



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Wohl kein so jung Verstorbener hat je nach seinem Tode soviel Bedeutung erlangt wie Giovanni Battista Pergolesi. Dabei verdankt der italienische Komponist, dessen Leben nur sechsundzwanzig Jahre dauern durfte, seinen Ruhm zwei sehr unterschiedlichen Werken: der Opera buffa "Die Magd als Herrin" ("La serva padrona") und dem Stabat Mater. Die Behauptung, Pergolesi habe seine Vertonung des spätmitteralterlichen Textes noch auf dem Totenbett vollendet, ist zu romantisch, als dass man sie für wahr halten dürfte.
Roy Goodman lässt das Stück von seiner Hanover Band freilich (trotz historischen Instrumentariums und folglich unterstelltem "authentischem" Anspruch) so musizieren, dass das Romantische so fern auch wieder nicht liegt - und erweist sich damit als das jüngste Glied einer Interpreten-Tradition, deren subjektivistischer Zugriff dem spirituellen marianischen Zwiegesang und seiner Dissonanzen-geschwängerten Wehmut das Überleben bis heute sicherte. Auf die Dauer freilich bleibt man Goodmans empfindsamem Blick auf das empfindsame Werk nur treu, weil hier Nathalie Stutzmann als wahres Naturphänomen glänzt: Wer nicht wusste, dass hier eine Frau singt, der hätte gewiss auf einen Kontratenor oder Altisten getippt - und zwar auf einen ungewöhnlich ausdrucksstarken.
In seiner Gesamtkonzeption und Lebendigkeit ist Rinaldo Alessandrinis spritziger Aufstand gegen die vom Text durchaus beförderte "Stabat-Mater"-Betulichkeit vorzuziehen: Rasche, bewegliche Tempi sowie eine Aufwertung des sonst oft eher begleitend verstandenen instrumentalen Geschehens verleihen Pergolesis Stück eine spezifisch italienische Aura. Besonders geistlich wirkt das zwar nicht, aber auch das könnte zumindest derjenige am Ende noch als werkgetreu akzeptieren, der weiß, wie wenig man im 18. Jahrhundert zwischen Oper und liturgischer Musik, zwischen weltlichem und geistlichem Komponieren trennte.

Susanne Benda




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